Schwerbehindert?

Fragen zu Symptomen und Beschwerdebildern aller Art
AbonnentenAbonnenten: 0
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 2544

Schwerbehindert?

Beitragvon Lupi77 » 16. Okt 2013 21:34

Verfasst am: 11.Aug.08 17:04 von Leni

Noch mal ich: Bin ich mit SLE mit Gelenkbeteiligung (Decortin, Quensyl) jetzt behindert? Ich meine, ob ich irgendetwas veranlassen muß. Hört sich vielleicht etwas caotisch an, aber für mich ist alles noch so neu. Bitte um Antwort.
Benutzeravatar
Lupi77
 
Beiträge: 4651
Registriert: 10.2013
Wohnort: Hessen/Bayern - bei Aschaffenburg
Geschlecht:

Re: Schwerbehindert?

Beitragvon Lupi77 » 16. Okt 2013 21:34

Verfasst am: 19.Aug.08 21:05 von Simone

Hallo Leni,

mit einer mehr als 6-monatigen immunsuppressiven Behandlung müssten Dir als Lupus-Patientin auf jeden Fall 50% GdB (Grad der Behinderung) zustehen.

Allerdings zählt meines Wissens eine Cortison-Therapie nicht darunter, auch die Antimalaria-Mittel nicht.
Ich bin mir da allerdings nicht ganz sicher, daher wollen wir mal abwarten, ob noch jemand etwas dazu schreiben wird.

Ich würde auf jeden Fall einen Antrag stellen.
_________________
Simone Müller-Pretis
1. Schriftführerin Lupus-SHG e.V.
Regionalgruppenleiterin Würzburg

*Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken*
Benutzeravatar
Lupi77
 
Beiträge: 4651
Registriert: 10.2013
Wohnort: Hessen/Bayern - bei Aschaffenburg
Geschlecht:

Re: Schwerbehindert?

Beitragvon Lupi77 » 16. Okt 2013 21:34

Verfasst am: 20.Aug.08 19:26 von Nette

Hallo Leni,

wenn du die Krankheit als Schwerbehinderung anerkennen lassen willst, mußt du selbst tätig werden.

Das geht relativ einfach: Stelle einen Antrag bei deinem zuständigen Versorgungsamt. Beachte bitte beim Ausfüllen des Antrages (Vordrucke liegen meistens offen aus), dass dieser von ganz normalen Menschen bearbeitet wird, also nicht nur Fachbegriffe verwenden. Du solltest das aufführen was du tatsächlich nicht mehr kannst z. B. den Einkauf tragen, Fensterputzen, stehen beim Bügeln oder längere Zeit stehen/laufen usw.
Zudem mußt du alle deine behandelnden Ärzt eintragen, die werden auch alle vom Versorgungsamt angeschrieben. Es kann auch sein, dass du ein Einladung zum Gutachter bekommst.

Ich habe meinen Schwerbehindertenausweis 1 Woche nach der Enddiagnose beantragt. Zudiesem Zeitpunkt habe ich Quensyl und Kortison genommen. Die Bewilligung hat allerdings 8 Wochen gedauert. Der erste Ausweis wurde auf 1 1/2 Jahre ausgestellt, dieser wurde nach der Überprüfung aber auf unbefristet gesetzt.

Ich drücke dir die Daumen, dass es ohne Probleme klappt.

Lg Nette
Benutzeravatar
Lupi77
 
Beiträge: 4651
Registriert: 10.2013
Wohnort: Hessen/Bayern - bei Aschaffenburg
Geschlecht:

Re: Schwerbehindert?

Beitragvon Lupi77 » 16. Okt 2013 21:34

Verfasst am: 21.Aug.08 14:19 von Leni

Liebe Simone, Liebe Nette,

vielen Dank für Euere Antworten.
Nette, darf ich Dich denn fragen, wieviel Prozente Du bekommen hast? Bist Du noch berufstätig? Das soll keine Neugier sein, aber ich weiß noch nicht wie SLE mein Leben verändern wird oder schon verändert hat.
Ich glaube ich werde kürzer treten müssen und auch möchten. Ich habe angst, wenn ich mich übernehme wird alles noch vilel schlimmer und ich muß an meine beiden Kinder denken, die nur mich haben und auch noch eine Weile brauchen werden. Meine Eltern sind auch viel zu jung gestorben und ich bin Einzelkind, zudem auch noch geschieden. Und mein Exmann ist nicht so kooperativ. Wahrscheinlich denkt er, die Krankheit wäre meine gerechte Strafe für die Trennung. Ich pendele täglich 3 Std. um 5 Std. zu arbeiten. Das ist schon für einen vollkommenen gesunden Menschen anstrengend wenn zuhause noch 2 Kids und der Haushalt wartet. Bin ich eine Mimose, wenn ich sage, das ist mir jetzt zuviel?
Gruß
Leni
Benutzeravatar
Lupi77
 
Beiträge: 4651
Registriert: 10.2013
Wohnort: Hessen/Bayern - bei Aschaffenburg
Geschlecht:

Re: Schwerbehindert?

Beitragvon Lupi77 » 16. Okt 2013 21:35

Verfasst am: 24.Aug.08 19:33 von Nette

Hallo Leni,

du bist keine Mimose. Wir sind krank, aber wir kämpfen und gäbe es eine Olympiade gegen Gesunde hätten wir alle Goldmedallien.

Natürlich darfst du fragen, deshalb gibt es ja zu Glück solche Foren.

Ich habe von Anfang an einen Grad der Behinderung von 60 und das Merkzeichen G (Gehbehinderung).
Mein Leben hat sich durch die Krankheit entscheidend geändert. Im Sommer 2003 hatte ich alles erreicht was ich wollte Traumfigur, Traumjob, Traumgehalt, Traumauto und Traumpartner mit dem ich alt werden wollte. 2 Jahre später hatte ich nur noch mein Auto.

Der Schwerbehindertenausweis ist nicht immer von Vorteil. Du hast zwar Ermäßigungen, Kündigungsschutz, Zusatzurlaub usw. aber bei der Jobsuche ist er eher von Nachteil. Viele Personalchef´s sind der Ansicht, dass Schwerbehinderte an dauernd krank machen. Ich habe seitdem immer nur befristete Anstellungen, selbst im öffentlichen Dienst will kaum noch einer Schwerbehinderte einstellen. Das ist in meinen Augen der größte Nachteil des Schwerbehindertenausweises der Arbeitgeber weis sofort, dass du krank bist.
Ein Beispiel:
Mein jetziges Beschäftigungsverhältnis wurde ursprünglich mit einer Befristung von 23 Arbeitstagen geschlossen, dann folgte erst die Verlängerung um 4 Monate. Grund: "Wir haben Ihnen nicht die Belastung zugetraut."

Es ist ziemlich hart jeden Tag 3 Stunden zu pendeln, ich für meinen Teil schaffe dieses nicht mehr. Was natürlich auch ein großer Nachteil bei der Jobsuche ist.

Schöne Grüsse

Nette
Benutzeravatar
Lupi77
 
Beiträge: 4651
Registriert: 10.2013
Wohnort: Hessen/Bayern - bei Aschaffenburg
Geschlecht:

Re: Schwerbehindert?

Beitragvon Lupi77 » 16. Okt 2013 21:35

Verfasst am: 25.Aug.08 23:10 von Leni

Hallo Nette,

Du hast ja wirklich sehr viel ertragen müssen. Das tut mir sehr leid. Wie kann man denn sowas wegstecken? Vor allem das mit dem Traummann macht mich sehr traurig.
Ich habe vor gut einem Jahr meinen Traummann gefunden. Wenn ich ihn jetzt verlieren würde.. Das würde mich echt umhauen. Mein Job war auch irgendwie ein Traumjob. So was bekomme ich sicher nie wieder. Aber das Pendeln ist mir echt zuviel. Bevor SLE festgestellt wurde, dachte ich es bahnt sich ein Burn out an. Ich wollte nach der Arbeit nur noch schlafen. Am liebsten bis zum nächsten Morgen durch. Die Kinder waren die Leidtragenden.
Ich habe heute mit meinem Chef gesprochen. Er unterstützt meinen Wunsch auch. Jetzt muß nur noch der Amtsarzt seinen Segen dazu geben. Aber mal ehrlich: wer kann sich anmaßen bei der Diagnose zu sagen, ach das ist locker zu schaffen?
Also, mal sehen ob das klappt mit dem Vorruhestand.
Mir würde da echt ein Stein vom Herzen fallen.
Viele liebe Grüße
Leni
Benutzeravatar
Lupi77
 
Beiträge: 4651
Registriert: 10.2013
Wohnort: Hessen/Bayern - bei Aschaffenburg
Geschlecht:

Re: Schwerbehindert?

Beitragvon Lupi77 » 16. Okt 2013 21:35

Verfasst am: 28.Aug.08 20:36 von Nette

Hallo Leni,

ich drücke dir ganz fest die Daumen.

Ich für meinen Teil habe eine ganz einfache Methode entwickelt, um das alles zu verkraften. Ich schaue nur noch nach vorn, ich stelle mir nicht die Frage was wäre gewesen wenn ich nicht die Krankheit hätte. Seit meiner Diagnose habe ich mir angewöhnt immer alles ins Positive "zudrehen". Alles ergibt irgendwann einen Sinn. Wäre ich nicht erkrankt hätte ich nie das Leben so schätzen gelernt. Hätte ich nicht meinen Job verloren, hätte ich nie erfahren was für andere "Talente" in mir schlummern. Ich hätte auch nie daran gedacht mich ehrenamtlich zuangergieren. Fazit: Ich hätte nie soviele interesante Menschen kennengelernt! Und dafür bin ich trotzalledem dankbar.
Benutzeravatar
Lupi77
 
Beiträge: 4651
Registriert: 10.2013
Wohnort: Hessen/Bayern - bei Aschaffenburg
Geschlecht:


Zurück zu "Allgemeines"

 
cron
web tracker