Bitte um Rat – möglicherweise Lupus?

AbonnentenAbonnenten: 1
LesezeichenLesezeichen: 0
Zugriffe: 9222

Re: Bitte um Rat – möglicherweise Lupus?

Beitragvon Kringelchen » 1. Sep 2015 12:37

Huhu ihr Lieben,

das Kringelchen gibt's immer noch ;) , und mal wieder meldet es sich mit neuen Erzählungen zurück.

Wie bereits angedeutet, bin ich bei einem neuen Rheuma-Doc gewesen, der einige Untersuchungen angeordnet hat. Was soll ich sagen – es sieht so schlimm nicht aus. Aber erst mal der Reihe nach.

- Labortechnisch hat man u.a. ANA, ds-DNA, ANCA, Komplement C3 und C4 bestimmt; außerdem hat man das Gesamteiweiß im 24h-Sammelurin ermittelt. alle Ergebnisse seien soweit unauffällig, wurde mir zurückgemeldet. (Die Befunde bekomme ich erst in der nächsten Zeit zugestellt.)
- Herz-Ultraschall, Ultraschall des Abdomens und Lungenfunktionstest fielen altersgerecht und ebenso unauffällig aus.
- Die geplante Hautbiopsie wurde nicht durchgeführt (sehr zum Ärger des Rheumatologen). Die Hautärztin will erst sichergehen, dass es kein Pilz ist, bevor sie beginnt, herumzuschnibbeln. Somit darf ich nun fleißig ein Antimykotikum schmieren. Ende September wird entschieden, ob die Probenentnahme stattfinden soll.
- Die Beschwerden sind unverändert vorhanden; mal schubhaft deutlich mehr, dann wieder weniger, aber immer da.

Der Arzt meinte also, die harten Fakten sprächen ganz entschieden gegen einen Lupus. Die Klinik allerdings sei doch auffällig und auch typisch. In der Zusammenschau aller Befunde ergebe es jedoch deutlich zu wenige Gründe für das Einleiten einer Therapie. Zumal die Organe ja zum jetzigen Zeitpunkt alle gesund seien und man keinen Schaden zu befürchten habe. Die Hautärztin ihrerseits meinte, sie habe auch schon ein wenig Erfahrung mit rheumatologischen Erkrankungen gemacht. Sie gebe nicht allzu viel auf die Laborwerte; das sei sehr tückisch, man solle sich darauf nicht verlassen. Und dass ich "etwas" hätte, davon sei sie fest überzeugt. Sie ist der Meinung, die Sache halte sich noch sehr bedeckt. Es gebe immer wieder Patienten, die jahrelang Beschwerden hätten, bevor man dann die Krankheit nachweisen konnte.

Ich soll mich nun beim Rheumatologen erst zurückmelden, sobald (und sofern) die Hautbiopsie stattgefunden hat. In der Zwischenzeit soll ich fleißig Fotos von den "Hauterscheinungen" knipsen.

Insgesamt habe ich den Eindruck: Auch dieser Arzt ist ein wenig enttäuscht von der schwammigen Sachlage; er wollte tatsächlich Hard Facts haben und nicht so herumeiern müssen. Er hat mich aber zumindest nicht mit "Sie sind jung und gesund, auf Wiedersehen" nach Hause geschickt.

Ich hätte ihn gerne darum gebeten, vielleicht noch die ANA-Subtypen bestimmen zu lassen. (Zumal Dorothea Maxin ja in ihrem Buch mehrmals darauf hinweist, dass diese auch bei negativen ANA positiv ausfallen können. Ich erwähnte Dorothea Maxin nicht, um ihn nicht noch mehr zu verärgern; stattdessen stellte ich einfach die Frage danach, ob eine solche Konstellation denkbar wäre.) Leider kam es nicht dazu. Der Arzt erklärte: ANA negativ – Subtypen negativ. Außerdem sei das alles mit immensen Kosten verbunden. Und so, wie die derzeitigen Laborwerte aussähen, gebe es keinerlei Anlass für eine weitere Blutentnahme.

Ich habe Hannahs Rat, mich an eine Uniklinik zu wenden, wirklich sehr oft bedacht und hätte ihn auch gerne durchgeführt. Aber ich glaube momentan, dass man mir dort vielleicht gar nicht wirklich weiterhelfen könnte. Wenn nämlich Labor und organische Untersuchungen (soweit durchführbar) aktuell negativ ausfallen, wird das in einer Uniklinik auch nicht viel anders sein. Was natürlich ganz klar für eine Uniklinik spricht: Die Ärzte dort haben möglicherweise Ideen, was es noch sein könnte, und würden vielleicht auch gleich in diese Richtung untersuchen. Ich habe nur große Angst davor, dass man mich da auch ohne Diagnose wieder entlassen würde. (Natürlich kann mir das niemand sagen, bevor ich es nicht ausprobiert habe. Dennoch – einfach mal so "Ausprobieren" ist wahrscheinlich leider nicht wirklich durchführbar.)

Das also von meiner Seite aus. Wie immer erwarte ich mir von euch jetzt keine Beurteilung, das wäre viel zu viel verlangt. Vielleicht darf ich mir aber ein paar liebe Worte wünschen...? ;) (Die natürlich auch nicht sein müssen. Ich würde mich halt sehr drüber freuen. Zumal ich mich doch mit der Sache ziemlich allein gelassen fühle.)

Ich wünsch euch einen schönen Tag! Habt vielen Dank für's Zeitnehmen und Durchlesen! :D
Kringelchen
 
Beiträge: 36
Registriert: 03.2015
Geschlecht:

Re: Bitte um Rat – möglicherweise Lupus?

Beitragvon Hannah » 1. Sep 2015 23:36

Hallo Kringelchen,

fühl' Dich mal ganz lieb und fest umarmt - das hilft heilen! :P

Und ja, der neue Rheumatologe scheint schon gründlicher vorgegangen zu sein. Gefühlsmäßig gehe ich eher mit Deiner Hautärztin, denn unrecht hat sie da nicht. Wenn Du erhebliche Einschränkungen und Beschwerden hast, sollte der Arzt nicht warten, bis das Labor die Beschwerden bestätigt, sondern testen, was hier dauerhaft hilfreich sein könnte. Aber gut - Du bist im Gespräch.

Sicherlich - in der Uniklinik würden ähnliche Untersuchungen vorgenommen werden wie bisher. Doch die Wahrscheinlichkeit, daß man dort einfach mehr Erfahrung in der Diagnose und Behandlung Deiner Erkrankung hat, liegt einfach höher als bei einem niedergelassenen Arzt. Aber das muß nicht so sein. Möglicherweise bist Du bei Deinem jetzigen Rheumatologen schon richtig.

Habe in anderer Fachabteilung mal die Erfahrung gemacht, daß mir ein normaler niedergelassener Facharzt besser geholfen hat als in der Uniklinik. Dort wurde mir eine Behandlung empfohlen, die überhaupt nicht notwendig gewesen wäre. Hatte ohnehin kein gutes Gefühl an diesem Ort und habe daher abgelehnt. Und das war richtig!

Alles Gute für Dich weiterhin!

Liebe Grüße, Hannah :mrgreen:
Sei Du das Neue, das Du in der Welt zu sehen wünschst!
(Mahatma Gandhi)
Benutzeravatar
Hannah
 
Beiträge: 275
Registriert: 10.2013
Geschlecht:

Re: Bitte um Rat – möglicherweise Lupus?

Beitragvon Kringelchen » 2. Sep 2015 19:34

Huhu, liebe Hannah,

oooh, ich hab' mich wirklich ganz ganz riesig über deine Nachricht gefreut! :D Ich drück' dich gleich mal feste, dankbar und herzlich zurück. Und wie das hilft, zu heilen! :) Vielen, vielen Dank!

Ich habe den Eindruck, unsere Ansichten und Eindrücke scheinen ziemlich deckungsgleich zu sein. Es ist gut, dass die Verdachtsdiagnose steht, dass jemand nachschaut, am Ball bleibt und mich eben nicht als "gesund" wieder in die freie Wildbahn entlässt. Ich tendiere ebenso wie du eher zu der Einstellung meiner Hautärztin. Es ist wirklich schade, dass sie nicht meine Rheumatologin sein kann; zu ihr habe ich sehr viel Vertrauen, sie nimmt Anteil, steht vollkommen hinter mir und steuert das Ihre an Wissen bei. (Das habe ich so noch nie von einem Arzt erlebt.) Sie weiß schließlich, wovon sie spricht. Sie hat selbst seit ein paar Jahren "Rheuma" und musste ebenso eine kleine Odyssee durchmachen bis zur Diagnose.

Bei diesem Rheumatologen fühle ich mich insgesamt viel besser aufgehoben. Gerade, dass er mich eben "dabehalten" und weitere Untersuchungen angeordnet hat, obwohl die Laborwerte ja "nichts hergeben", rechne ich ihm ganz hoch an. Er sagt gerne, "Wir müssen uns dem Lupus annähern". Was in dem Fall wohl eher ein kniffliges Unterfangen ist.

Meine Beschwerden schränken mich furchtbar ein und sind täglich sehr präsent, wenn ich das so sagen darf. Ich habe allerdings den Eindruck, ich lasse davon nicht sehr viel nach außen und habe es im ärztlichen Gespräch stets sehr schwer, meine Handicaps offenzulegen. Es kam in diversen Gesprächen aufgrund von Misstrauen und Entwerten durch den Arzt so weit, dass ich mir meine eigenen Symptome nicht mehr geglaubt habe. (Möglicherweise kennt das ja jemand von sich.) Deswegen ist diesem Rheumatologen gewiss nicht so viel "Schuld" daran zu geben, dass er keinen Therapieversuch starten möchte. Ich wirke anscheinend um einiges gesünder, als ich es wohl bin. (Und finde es auch irgendwie schade, dass man mir nicht glaubt, nur weil ich kein Drama draus mache. :| )

Von einem solchen Therapieversuch zum jetzigen Zeitpunkt hält der Rheumatologe aber wie gesagt nicht viel, weil ja die Organuntersuchungen nichts Krankhaftes zeigten. Zudem meinte er, ich sei noch jung, und da gleich mit den "Hammer-Medikamenten" aufzuwarten ohne wirkliche laborbezogene Hinweise, das könne man nicht machen. Ich glaube, es käme ganz drauf an, welche Medikamente man versuchsweise auswählen würde. Man muss ja nicht gleich alle erdenklichen Therapien anwenden.

Ich selbst weiß aus Erfahrung, dass mir z.B. ein Cortisonstoß insgesamt immer richtig gut getan hat (Bauch natürlich, der ja wegen des Morbus Crohn immer der Hauptgrund für den Stoß war, aber auch Haut, Gelenke, Allgemeinbefinden); das weiß der Arzt auch, es hat ihn wohl nicht sonderlich überrascht. Nur würde das Cortison, denke ich, auch die weitere Diagnostik erschweren oder gar verhindern, und das hilft mir auf längere Sicht vielleicht nicht wirklich weiter (weil ich ohne Diagnose ja natürlich keine Chance auf eine Dauermedikation habe). Ich nehme ja schon jeden Tag z.B. für die Nebennierenrinden eine kleine Menge Cortison. Das darf ich nicht absetzen, was ich aber sehr gerne tun würde, einfach mal um zu sehen, wie sich die Laborwerte entwickeln würden.

Natürlich kann ein Ansprechen auf bestimmte Medikamente auch ein diagnostischer Baustein sein. Dennoch glaube ich, dass die Ärzte zumindest hier dann doch nicht so auf das Befinden fokussieren und lieber "harte Diagnostik" machen möchten. Ist in Ordnung; im Zähne-Zusammenbeißen bin ich nach den vielen Jahren ja schon sehr geübt. ;) (So wie du bestimmt auch, Hannah, und viele andere Lupus-Patienten.) Es kann dann sein, dass ich noch viele weitere Monate, wenn nicht Jahre mit Warten zubringen und mögliche Verschlechterungen in Kauf nehmen muss, bis sich möglicherweise irgendetwas zeigt. Und es wäre, gelinde gesagt, mehr als ärgerlich, wenn sich dann genau das bestätigen würde, was man jetzt bereits in Verdacht hat, und man schon längst mit einer Therapie hätte beginnen sollen / können.

Deinen Gedanken, dass sich der Arzt nicht so sehr auf das Labor und vielmehr auf das Befinden konzentrieren sollte, teile ich (sofern ich ihn hier richtig wiedergebe). Es ist aber in meinem Fall wohl auch ein wenig schwierig: Weil schon ein paar Krankheiten bekannt sind und mindestens eine weitere in Verdacht steht, kann ich nicht genau sagen, ob wirklich alle Beschwerden auf einen möglichen SLE zurückzuführen wären (z.B. das Krankheitsgefühl, das ja für so viele Dinge stehen kann). Einige Symptome aber sieht auch mein Arzt zumindest als verdächtig an (eben besonders das mit den Gelenkschmerzen; der Sonnenlichtempfindlichkeit; den Hauterscheinungen; der sporadisch erhöhten Temperatur).

Ich danke dir für deine Erzählungen bzgl. Erfahrungen in der Uniklinik, liebe Hannah, die helfen mir ganz doll weiter! Es kommt wirklich stets auf die individuelle Situation an, was hilfreich ist und was weniger. Mitunter findet man gerade da ärztliche Hilfe, wo man es eher nicht erwartet hätte, und manchmal gerät man dann wieder an manch einen selbsternannten "Spezialisten", der einen nicht wirklich weiterbringt. Ich finde es besonders toll, dass du letztendlich deinem Gefühl vertraut und die Therapie abgelehnt hast. Meistens weiß man eigentlich eh selbst am allerbesten, was gut für einen ist und was nicht. Und da können noch so viele Uniklinik-Ärzte daherkommen – wenn es für dich nicht passt, dann eben nicht!

Deine Gedanken zur Uniklinik treffen bestimmt zu, Hannah. Gerade dieser Punkt, dass man dort einfach wahrscheinlich um einiges mehr an Erfahrung hat und das Problem des Kringelchens vielleicht ein bisschen besser einordnen könnte, ist wirklich sehr verlockend. Erst einmal will ich es aber noch auf diesem Weg versuchen. Es kann ja auch wirklich sein, dass die Hautbiopsie etwas ergibt. Welche Konsequenzen das dann aktuell hätte, kann ich mir nicht vorstellen. Aber mal schauen, ob die Proben denn überhaupt auffällig sein werden.

Übrigens war ich heute am Durchstöbern alter Laborbefunde. (Ich versuche nun wirklich, alles "zusammenzukratzen", was nur geht.) Da stieß ich auf einen Befund aus 2012, bei dessen Durchsicht ich u.a. eine ziemlich saftige Lympho- und Granulozytopenie entdeckte. Damals ging's mir auch sehr schlecht, das weiß ich noch. Hoffentlich erinnere ich mich richtig: Wäre eine Lymphopenie nicht ein Punkt in der SLICC-Liste? (Chronische bakterielle und / oder virale Infektionen hatte / habe ich meines Wissens nach nicht; an Medikamenten nahm ich zu der Zeit nur die "Pille".)
(Es tut mir leid, dass ich immer wieder nach Details frage. Ich möchte bloß so viele Hinweise wie nur möglich sammeln.)

Nun habe ich doch wieder viel mehr geschrieben als ich wollte. :| Ich will euch das Lesen nämlich nicht unnötig erschweren. Andererseits ... Es tut einfach gut zu wissen, dass das jemand liest und vielleicht auch ein wenig an mich denkt ... :)

Vielen herzlichen Dank nochmal! Auch dir wünsche ich alles Liebe, Hannah. :)

Viele Grüße vom Kringelchen!
Kringelchen
 
Beiträge: 36
Registriert: 03.2015
Geschlecht:

Re: Bitte um Rat – möglicherweise Lupus?

Beitragvon Isanel » 3. Sep 2015 09:50

Hallo Kringelchen,

wie du ja gelesen hast wurde ich ja auch erst vom niedergelassenen Rheumadoc wieder weg geschickt weil ich hab hab nichts. Und ehrlich gesagt hätte ich in der Uni-Klinik auch nicht so schnell nen Termin bekommen wenn meine Freundin da nicht arbeiten und die Leute dort kennen würde. So hat sie all meine Befunde und Fotos weiter gegeben und die Rheuma Ärztin hätte mich am liebsten gleich gesehen... ABER wer weiß ob das auch so gewesen wäre wenn ich alleine gekommen wäre...

Von dem her kann ne Uni-Klinik hilfreich sein oder eben auch nicht. Meine Ärztin dort hat allerdings gemeint das man immer noch eine 2. oder 3. Meinung einholen sollte wenn man das Gefühl hat die Diagnose passt nicht. Die Ärzte sind nämlich auch nur Menschen und keine wandelnde Computer / Lexikons... Recht hat sie damit...

Was vielleicht deine Hautärztin machen kann ist diese Kapillarmikroskopie da zeigt sich der Lupus und auch andere Kollagenosen wohl sehr deutlich und auch schon im Anfangsstadium...

Nicht aufgeben und dran bleiben...

LG Isa
Isanel
 
Beiträge: 10
Registriert: 08.2015
Geschlecht:

Re: Bitte um Rat – möglicherweise Lupus?

Beitragvon Kringelchen » 5. Sep 2015 20:34

Hallo Isa,

wow, ich hab' mich gerade ganz doll über deinen Beitrag gefreut! :) Vielen Dank für deine lieben Worte und deine Anteilnahme!

Besonders danke ich dir für deine Erzählungen bzgl. deiner Erfahrungen an der Uniklinik. Ich hab' beim Lesen deiner ersten Beiträge innerlich aufgeatmet, als ich mitbekam, dass du eine Freundin hast, die dort beruflich tätig und "sogar" Ärztin ist. Weil ich hoffte, dass du mit ihrer Hilfe vielleicht eher zu einer Diagnose kommen würdest. Einfach richtig toll, wie sie sich für dich eingesetzt hat! Und ich war erleichtert, dass du dich mit dem Urteil der ersten Rheuma-Ärztin nicht zufrieden gegeben und das Ganze nochmals hinterfragt hast. Am Ende hat es sich als goldrichtig erwiesen und bezahlt gemacht. Möglicherweise ist da schon was dran, wenn du dich fragst, ob du "im Alleingang" auch so schnell so weit gegangen wärst. Zum Glück ist es so gekommen!

Deine Ärztin hat tatsächlich Recht – bei Zweifeln notfalls auch mehrere ärztliche Meinungen einholen (und sich nicht davon verunsichern lassen, wenn dann auch genauso viele Ideen oder Vermutungen kommen, wie man Ärzte konsultiert hat). Natürlich können Ärzte, auch wenn es meistens von ihnen erwartet wird, nicht von jetzt auf gleich alles an Details und Wissen zu einem bestimmten Thema abrufen. Ich persönlich mag es sehr gerne, wenn Ärzte noch während des Gespräches in der Literatur nachschlagen (was nur zweimal bisher geschehen ist). Ich werte das nicht als Schwäche, sondern als das Bemühen, sich für mich einzusetzen und nach Möglichkeit alles zu bedenken. Leider nehmen aber wohl die meisten Ärzte an, man könnte ihnen ihre Kompetenz absprechen und das Vertrauen in sie verlieren, wenn sie nicht auf alles zu antworten wüssten. Dann gucken sie eben nicht nach; versuchen, möglichst sicher zu wirken und meinen, sofort eine Antwort parat haben zu müssen. Ich erwarte das niemals – wie du auch schon bemerkt hast, das ist unmöglich; ich finde, es ist sogar anmaßend, so hohe Forderungen an einen Arzt zu stellen. Und häufig sind diese halb "erzwungenen" ärztlichen Spontanantworten im besten Fall verwirrend, im schlechtesten Fall leider schlichtweg falsch.

Jedenfalls, Isa, danke ich dir auch für den Hinweis auf die Kapillarmikroskopie. Das wäre tatsächlich noch etwas, worauf ich meine Hautärztin ansprechen könnte. Mal gucken, was sie dazu sagt. Erst aber einmal fleißig weiterschmieren und schauen, ob die Rötungen vergehen. ;)

Bis bald! Viele Grüße vom Kringelchen! :D
Kringelchen
 
Beiträge: 36
Registriert: 03.2015
Geschlecht:

Re: Bitte um Rat – möglicherweise Lupus?

Beitragvon Lupi77 » 11. Sep 2015 14:13

Hallo meine Liebe!

Ich schäme mich sehr, dass ich so lange nicht geschrieben habe, weder hier noch auf Mails, die privat kamen! Das hat REIN GAR NICHTS mit Dir zu tun!!!

Vielleicht können wir mal telefonieren, dann kann ich Dir das ein oder andere erklären!

Irgendetwas hat mich heute getrieben, mal ins Forum zu schauen und mir schossen die Tränen in die Augen, als ich las, was Deine - bisher als recht "uninteressant" verkauften - Vorerkrankungen eigentlich sind!

Das ist mehr als eindeutig, dass in Dir diverse Autoimmun-Erkrankungen toben! Und da ist der Lupus sehr gesellig und gerne dabei. Ich würde ihn nicht aus den Augen lassen, bis Dir wirklich eindeutig das Gegenteil bewiesen wird!

Auch Deine Hashimoto sollte DRINGEND behandelt werden! Such Dir einen Endo, der das übernimmt! Meine Töchter sind gerade auch beide diagnostiziert worden, nachdem mir mehrere Ärzte (auch Internisten u.a.) gesagt haben, das wäre nicht nötig, weiter zu schauen...

Der NUK stellte aber eindeutig die Diagnosen, erst bei der Kleinen und dann auch bei der Großen. Etliche Dinge sind nun klar und deutlich dem Hashi zuzuschreiben! Nun bleibt in mir die Angst, was sie noch alles von mir übernommen haben!

Das Auge der Ärzte ist durch diese kleine Diagnose jetzt aber sehr wachsam. Haben sie sich doch alle verschätzt und getäuscht... Nun heißt es aufpassen, dass kein Diabetes kommt, keine MAgenschleimhautentzündung, kein Lupus, kein Sjögren, kein dies und kein das...

Maus... Du MUSST dran bleiben!!! GAnz wichtig!

Ich weiß nicht, wie die TElefongebühren Deutschland - Österreich in meiner Flat sind, ich werde das erfragen und dann - wenn DU magst - tauschen wir die Nummern per PN!!!

Drück Dich ganz doll!!!

Lupi ;-)
Benutzeravatar
Lupi77
 
Beiträge: 4687
Registriert: 10.2013
Wohnort: Hessen/Bayern - bei Aschaffenburg
Geschlecht:

Re: Bitte um Rat – möglicherweise Lupus?

Beitragvon Kringelchen » 14. Sep 2015 18:12

Meine liebe, liebe Nani,

hoppla, da bin ich gerade über deinen Beitrag gestolpert – und, du Süße, ich hab mich riiiiiiesig über deine Worte vom ersten bis zum letzten gefreut!!! Habe tausend und abertausend Dank!

Erst einmal bin ich sehr erleichtert darüber, dass du dich wieder zurückgemeldet hast. (Und bitte bitte nicht schämen wegen sowas!! Nun ist es für mich außerdem überhaupt nicht mehr schlimm, weil ich weiß, es geht dir zumindest so in Ordnung, dass du schreiben kannst. Besorgt war ich schon sehr, aber war mir bis heute unsicher, ob ich denn nachfragen dürfe... :oops: Umso schöner, jetzt von dir zu lesen!)

Weil ich immer noch ganz hibbelig und freudig bin (stell dir vor, ich zitter sogar – aber das ist zur Abwechslung mal ein schönes Zittern. :mrgreen: ), sammel ich mich jetzt mal kurz und geh deinen Beitrag am besten chronologisch durch, damit ich auch ja nichts vergesse.

Ich denke genauso wie du. Es dürfte mittlerweile klar sein, dass ich wohl mehrere Fahrkarten fürs "Auto Immun" erstanden habe. :| Einen gemeinsamen Kassenschalter, sozusagen, könnte es in Form eines Lupus tatsächlich geben. Nur stellt sich für mich die Frage: Geht es denn eigentlich, den Lupus gänzlich auszuschließen? Bzw. wenn ja: Dürfte das nicht ohnehin schon längst passiert sein? (Bisher keine nachgewiesenen Antikörper, keine Organschäden, "nur" Symptome, und Haut aktuell ebenfalls noch unklar.)

Ach, bitte nicht traurig werden wegen der Krankheiten-Liste, Nani – im Grunde ist es nur ein Morbus Kringelchen, der halt durch viele komplizierte Namen umschrieben werden muss, damit man ungefähr weiß, welche Farben er annehmen kann. Deine eigene Liste ist ja außerdem auch wirklich sehr stattlich. Ich glaube, du hast um einiges mehr zu tragen und gehst trotzdem unglaublich tapfer und mutig deinen Weg. :cry:

..... Natürlich soll das jetzt hier kein "Kräftemessen" werden ("Wer hat den Längeren bzw. die Längere?" :twisted: ). Und ich bin dir von Herzen dankbar dafür, dass du dich so sehr einfühlen kannst und mir Trost spendest. Das tut richtig, richtig gut. Was ich aber nicht möchte: Dass du mitleiden musst. (Verstehen hingegen kann ich dich hier sehr gut. Wir scheinen recht ähnlich gestrickt zu sein, was das Mitfühlen anbelangt. Bei mir geht das Mit-Fühlen manchmal sehr schnell ins Mit-Leiden über...)

Puh, kurz durchgeatmet, und weiter kann's schon gehen.

Ich danke dir für den Rat bzgl. Hashimoto! Ich bin froh, an dieser Stelle schreiben zu können: Mittlerweile habe ich eine L-Thyroxin-Therapie mithilfe meines verständnisvollen Gynäkologen starten dürfen, nachdem sich etliche Ärzte trotz eindeutiger Werte bzw. Befunde dagegen ausgesprochen hatten. Eine schwere Geburt, sozusagen. ;) Jetzt habe ich erst mal eine Sorge weniger, das hat mir schon ziemliches Kopfzerbrechen bereitet.

Oh nein, deine zwei Töchter sind nun also auch diagnostiziert. :( Heieiei, und mal wieder haben eure Ärzte die Sache nachhaltig bagatellisiert und somit unnötig in die Länge gezogen. (Das dürfte dir selbst leider sehr bekannt vorkommen.) Aber richtig gut, dass ihr nun Bescheid wisst. Hoffentlich haben deine zwei Hübschen keine allzu großen Beschwerden entwickelt und profitieren von der medikamentösen Therapie, die sie, was ich ebenfalls hoffe, schon bekommen haben.

Ich kann deine Gedanken und Ängste sehr gut verstehen, liebe Nani. Lass dich an dieser Stelle auch mal ganz fest in den Arm nehmen...! Dass es nun beide Mädels "erwischt" hat, tut mir sehr leid. Und natürlich lässt dieser Umstand in dir die Ängste keimen, Hashimoto könnte nicht das Einzige bleiben. Aber keine Sorge – erst einmal abwarten und schauen, wie es sich weiter entwickeln wird. Ich denke, wenn die Schilddrüse bzw. die Unterfunktion gut eingestellt, dies und alles Übrige regelmäßig kontrolliert wird, ist das Risiko bzgl. weiterer Erkrankungen erst einmal deutlich herabgesetzt. Alles Weitere wird die Zeit zeigen. Und es ist wirklich Gold wert, dass nun alle Ärzte hellhörig geworden sind, was sie hoffentlich nicht wieder so schnell ablegen werden. Eine große Erleichterung, dass sie nun endlich begriffen haben, was du wohl schon längst geahnt hast. Wenn man deine beiden Töchter in gewissen Abständen untersucht und weiterhin wachsam bleibt, kann man hoffentlich schon frühe Phasen möglicher weiterer Erkrankungen aufdecken und so, ebenfalls hoffentlich, das Schlimmste verhindern.

Nani, ich danke dir nochmals tausendfach für deine Herzlichkeit und Zuwendung! … Und das mit dem Telefonieren besprechen wir am besten per PN oder Mail, einverstanden? ;) (Du bist ein Schatz!)

Viele Umarmungen und Grüße,

.Kringelchen
Kringelchen
 
Beiträge: 36
Registriert: 03.2015
Geschlecht:

Re: Bitte um Rat – möglicherweise Lupus?

Beitragvon Lupi77 » 14. Sep 2015 19:09

Du süßes Kringelchen Du!!! :oops:
Benutzeravatar
Lupi77
 
Beiträge: 4687
Registriert: 10.2013
Wohnort: Hessen/Bayern - bei Aschaffenburg
Geschlecht:

Re: Bitte um Rat – möglicherweise Lupus?

Beitragvon Simke » 14. Sep 2015 19:44

Du süsse Lupi! Kringelchen bitte nicht böse sein, wenn ich mal in Deinem Thread Platz nehme, aber ich bin so froh, dass Lupi wieder schreibt. Kann grad nicht mehr auf dem Handy tippen und PN klappen hier auch nicht. Aber euch schicke ich erstvmal zwei dolle Drücker ;) ;)
Liebe Grüße
Simke
Simke
 
Beiträge: 330
Registriert: 11.2013
Wohnort: NRW
Geschlecht:

Re: Bitte um Rat – möglicherweise Lupus?

Beitragvon Simke » 14. Sep 2015 19:46

@ Lupi: meinst du mit NUK den Nuklearmediziner? Ich bin mit meinen Werten auch so an der Grenze. Kennen die sich da aus? NUK hatte für mich bisher eher etwas mit Babies zu tun ;)
Simke
Simke
 
Beiträge: 330
Registriert: 11.2013
Wohnort: NRW
Geschlecht:

VorherigeNächste

Zurück zu "Habe ich Lupus?"

 
cron