Nichts genaues weiß man nicht

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Nichts genaues weiß man nicht

Beitragvon user2801 » 30. Aug 2017 16:13

Hallo Community,

vor ca. eineinhalb Jahren bin ich wegen eines recht unauffälligen Ausschlags im Gesicht (beidseitig an den Wangen, kein Schmetterling am Jochbein/Nase) zum Hautarzt, welcher mir daraufhin Resochin zur täglichen Einnahme verschrieb. Der Ausschlag ist daraufhin verschwunden, und da ich zuvor ein halbes Jahr mit diesem Ausschlag gelebt hatte, schreibe ich das den Medikamenten zu. Trotzdem hat mich die Diagnose Hautlupus nicht so recht überzeugt.

Letzte Woche hat mein Hautarzt die Dosis auf zwei Tabletten pro Woche reduziert. Aber um ehrlich zu sein, nehme ich die Medikamente seit ca. einem halben Jahr gar nicht mehr. Ich war bisher nie ernsthaft krank und ich sträube mich auch gegen diesen Gedanken. Es ist mir auch äußerst schwer gefallen, die Medikamente regelmäßig einzunehmen.

Es wurden bisher zwei Bluttests gemacht, die beide unauffällig waren. Allerdings weiß ich nicht, was dort genau getestet wurde. Ich meine, er hätte mal irgendwelche Antikörper erwähnt. Ich bin übrigens männlich und ~30 Jahre alt.

Mein Hautarzt war mit Informationen eigentlich immer recht zurückhaltend, und ich habe auch nicht viel gefragt. Das kommt vor allem daher, dass ich davon nicht überzeugt war, und wie ich gelesen habe, ist eine Diagnose ohnehin nicht so einfach. Und wie das heute so ist, habe ich im Internet geschaut, was es mit dem Lupus eigentlich auf sich hat. Und manche der Artikel und Beiträge haben mich doch ein wenig an eigene Erfahrungen erinnert. So wie spontaner Muskelkater, gelegentliches Unwohlsein mit Schüttelfrost (wie bei einer Grippe), nächtliche Schweißausbrüche und eine sog. Aphte im Mund… Eigentlich messe ich diesen Dinge keine große Bedeutung bei. Ich dachte das sei normal.. so nach dem Motto: „ab 30 Jahren gehts halt bergab.“ Aber ich habe doch irgendwie das Bedürfnis darüber zu sprechen. Für nächstes Jahr haben wir nämlich das Abschlussgespräch vereinbart. Und da ich weiß, dass sich Männer bei Krankheit manchmal recht irrational verhalten, möchte ich einfach die Krankheit einmal explizit als Möglichkeit in Betracht ziehen.

Ach ja.. ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich regelmäßig Cannabis konsumiere. Stimmt es eigentlich, dass das als Behandlung gegen Lupus eingesetzt werden kann?

Mir ist übrigens bewusst, dass ich hier keine Diagnose erwarten kann. Aber ich wäre für eure Gedanken dazu äußerst dankbar.

MfG
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Re: Nichts genaues weiß man nicht

Beitragvon Hannah » 5. Sep 2017 11:13

Hallo User2801!

Also - ehrlich gesagt, wenn Du Klarheit über Deinen Gesundheitszustand willst, dann rate ich Dir zunächst einmal zu einem Entzug!

Weiß denn Dein Arzt, daß Du Cannabis konsumierst? Ich meine - wenn Du Deine Sinne ständig mit Drogen betäubst, kannst Du gar nicht richtig wahrnehmen, was mit Deinem Körper los ist. Durch diese "glückliche Egalhaltung" durch den Stoff nimmst Du natürlich die körperlichen Signale nicht richtig ernst. Das ist nicht hilfreich!

Und - NEIN :!: - Lupus wird nicht mit Cannabis behandelt!

Inwiefern es dazu medizinische Studien zur begleitenden, gezielt dosierten Behandlung von Schmerzen bei Lupus gibt, ist mir unbekannt. Damit habe die Palliativmedizin mehr Erfahrung.

Hanf / Nutzhanf ist cannabinoidfrei und wird seit ein paar Jahren in der Ernährungsmedizin und als Nahrungsergänzungsmittel entdeckt. Er soll viele wertvolle, gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe enthalten. Ohne berauschende Wirkung.

MfG, Hannah :?
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Re: Nichts genaues weiß man nicht

Beitragvon Lupi77 » 6. Sep 2017 09:09

Hallo und erstmal herzlich willkommen bei uns!

Darf ich zunächst fragen, warum Dich das Thema ausgerechnet JETZT beschäftigt? Hast Du mehr Probleme deswegen?

Grundsätzlich bin auch ich gegen Drogen, aber Cannabis gehört ja nun nicht unbedingt zu den starken Drogen.

Es kann durchaus sein, dass es Dir die ein oder anderen Beschwerden mildert oder sogar "unterdrückt".

Du solltest Dir Deine Unterlagen vom Arzt geben lassen und einen internistischen Rheumatologen oder eine rheumatologische Ambulanz einer Uniklink aufsuchen.

Auch wenn es Dir jetzt noch keine mega Probleme bereitet, solltest Du doch schauen, dass Du entsprechend auf die Erkrankung reagierst / reagieren kannst!

Regelmäßige Medikamenteneinnahme ist SEHR wichtig! Vielleicht kannst Du das mit Alarm oder Hilfe einer zweiten Person hinbekommen, wenn man Dich wieder auf Medikamente einstellen sollte!

LG

Lupi ;-)
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Re: Nichts genaues weiß man nicht

Beitragvon Hannah » 8. Sep 2017 09:35

Cannabis ist ein Betäubungsmittel. Der Besitz, zum Beispiel durch Eigenanbau, kann zu mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe führen.

Sorry, aber so verhält es sich nun mal...
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Re: Nichts genaues weiß man nicht

Beitragvon Lupi77 » 12. Sep 2017 04:58

Hannah, Du hast grundsätzlich Recht.

Aber hier geht es ja um einen ganz anderen Schwerpunkt und ich bin absolut dagegen, jemanden, der um Hilfe bittet, zu verurteilen und ihm seine "Fehler" aufzuzeigen!

Einen Entzug braucht man wegen dem Konsum von Canabis nicht! Man wird nicht körperlich abhängig davon!

Ich habe eine riesige Doktorarbeit korrekturgelesen über das Thema und mich dadurch intensiv damit befasst. Zufall, aber ist so.

Der Schwerpunkt hier im Forum liegt auf dem Thema Lupus und Kollagenosen und ihre Begleiter und nicht darauf, jemanden von seinem Laster zu befreien oder deswegen anders zu beraten als jemanden, der es entweder verschweigt oder keines hat (was es wahrscheinlich nicht gibt).

Ich will nicht wissen, wieviele Süchte unter uns Kranken so vorhanden sind...

Und mit meiner Aussage, dass es sich nicht um eine harte Droge handelt, ging es mir nicht darum, etwas zu verharmlosen (was im Übrigen eh umstritten ist) sondern vielmehr um den Unterschied zwischen sogenannten weichen und harten Drogen!

Wäre es Heroin, Crack, Crystal Meth oder Kokain etc. dann würde ich auch zu einem Entzug raten! ;-)
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Re: Nichts genaues weiß man nicht

Beitragvon user2801 » 12. Sep 2017 15:54

Hallo zusammen!

Schonmal vielen Dank für die Antworten. Auch für die wohlmeinenden Bemerkungen zu meinem "Laster". Ich kann das alles nachvollziehen, und wollte es nur der Vollständigkeit wegen erwähnen. Denn ich muss mir schon eine gewisse "Antriebslosigkeit" attestieren, die sowohl auf den Cannabis-Konsum, als auch (?) auf eine Lupus-Erkrankung (was heißt eigentlich "Abgeschlagenheit") zurückzuführen sein kann.

Lupi77 hat geschrieben:Darf ich zunächst fragen, warum Dich das Thema ausgerechnet JETZT beschäftigt? Hast Du mehr Probleme deswegen?

Also.. ich war nie und bin nicht überzeugt davon, dass ich überhaupt Lupus habe. Und da mein Hautarzt (der einzige Arzt mit dem ich in regelmäßigem Kontakt bin - vom Zahnarzt mal abgesehen) für nächstes Jahr das Abschlussgespräch (Ende der Behandlung mit Resochin) angesetzt hat, wollte ich "auf Nummer sicher" gehen. Ich wollte hören, wie sich eine solche Krankheit im frühen Stadium bemerkbar macht, was vielleicht Indikatoren sein können..
Aber hauptsächlich habe ich mich hier angemeldet, weil eine Diagnose normalerweise viel länger dauert und Nerven kostet. Ich hatte entweder Glück, weil mein Hautarzt sofort diesen Verdacht hatte, oder es war blinder Alarm. Wenn ihr sagt, dass euch das nicht bekannt vorkommt.. dann werde ich die Behandlung wie geplant beenden. Wenn ihr aber sagt, dass es durchaus sein könnte.. dann werde ich mich um einen Termin bei einem Rheumatologen kümmern.

Ich gehöre zu der Sorte, die nur äußerst ungern und selten zum Arzt geht. Aber seit dieser (vermeintlichen) Diagnose bin ich schon etwas hellhöriger geworden. Und als "Digital-Nativ" bin ich es gewohnt, Symptome zu googeln, statt sie mit einem Arzt zu besprechen (ich weiß, ich weiß...aber tadelt mich ruhig, ich hab's verdient). Und wenn ich euch von Kleinigkeiten wie allgemeinem Unwohlsein, oder spontanem Muskelkater erzähle, komme ich mir schon ein wenig blöd vor... Schließlich habt ihr mit ganz anderen Dingen zu kämpfen.

Ausschlaggebendes Symptom ist eigentlich, dass ich gelegentlich, vor allem wenn mir längere Zeit kalt war, abends Schüttelfrost bekomme und mich fühle, als hätte ich eine starke Grippe (Schmerzen in den Knochen, im Rücken und in den Knien). Mich hat das an Rheuma erinnert und habe damit die Assoziation zum Lupus gemacht.

Vermutlich ist das unglaublich dämlich.. und ich vergeude nur eure Zeit. Aber ich dachte, es wäre vermutlich besser, das mal in einem einschlägigen Internetforum zur Diskussion zu stellen, statt überhaupt nichts zu tun.

MfG
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Re: Nichts genaues weiß man nicht

Beitragvon Hannah » 12. Sep 2017 20:46

Nein, nein - Deine Symptome sind keineswegs dämlich und Lupus kann sich tatsächlich so zeigen. Hast Du zusätzlich einmal Fieber gemessen?

Wenn sich diese Beschwerden untypisch und ohne weitere Infektsymptome zeigen, immer wiederkehren, dann ist es nicht verkehrt, sich an einen internistischen Rheumatologen zu wenden. Wenn es kein Rheuma ist, wird man Dir das sagen.

Für die Diagnosefindung und um Deine Beschwerden richtig einschätzen zu können, ist es für den Arzt wichtig, Suchtmittelkonsum zu bekennen, gleich welcher Art. Evtl lässt er das bei Verdacht ohnehin überprüfen. Falls möglich, könntest Du Deinen Konsum einmal vier Wochen unterbrechen und beobachten, ob sich mehr oder weniger Beschwerden zeigen. So kannst Du selbst vorab austesten, wie es sich verhält.

Lupus hat viele Facetten. Auch in der sehr moderaten Form, daß eine medikamentöse Therapie gar nicht nötig ist. Wie es sich entwickelt, weiß man nie. Ist immer individuell.

So viel meinerseits.

Viele Grüße
Hannah 8-)
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