Was sagen Laborwerte aus im Zusammenhang mit Beschwerden?

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Was sagen Laborwerte aus im Zusammenhang mit Beschwerden?

Beitragvon Eril14 » 19. Okt 2017 22:29

Hi,

ich bin recht "frisch" hier und möchte mich bei euch erkundigen, wie es mit meinen Beschwerden im Zusammenhang mit dem Lupus steht.

Vor einiger Zeit hatte ich einige Probleme gehabt, die eher in die Richtung Neurologie gehen (Augenlid klappte plötzlich zu, verschwommenes Sehen über eine Woche, Kribbeln etc.). Das hat man dann in der Neurologie abgeklärt mit zahlreichen Untersuchungen. Bei der Ergebnisbesprechung schilderte man mir, dass man bei mir SM-Antikörper gefunden hätte. Ich fragte daraufhin was das ist? Man sagte mir dann, dass das in die Richtung Rheuma gehen würde. Man würde die Werte in einigen Monaten nochmal gerne neu untersuchen lassen. Zu der Zeit dachte ich mir dann "Rheuma? Ich hab doch gar keine Beschwerden mit den Gelenken, das nimmst'e erstmal gar nicht so ernst und hakst Du erstmal ab!".

Einige Wochen später hatte ich dann am ganzen Körper einen Ausschlag. Es quaddelte überall, juckte auch überall. Das hielt eine Woche an, ohne Besserung. Ich habe extra ohne Duschgel geduscht, auf meine Ernährung geachtet, Bettwäsche etc. alles geachtet, weil ich dachte, dass das vielleicht etwas allergisches sein könnte, aber nein, da war irgendwie auch nichts. Ich ging dann zu meinem Hausarzt, der sich das angeschaut hat und auch von den SM-Antikörpern bescheid wusste. Man verschrieb mir eine Kortisonhaltige-Creme und gab mir eine Überweisung zu einem Dermatologen mit dem Vermerk "Lupus? pos. Antikörper".

Erst dann habe ich mich beschäftigt, was es mit den SM-Antikörpern auf sicht hat und für was Lupus eigentlich stehen würde, da war ich schon etwas baff, um ehrlich zu sein. Die Creme verschaffte allerdings keine wirkliche Besserung und es ging dann auch nach einer kurzen Zeit über, wo ich so eine Rötung / Ausschlag in Form von einem "Schmetterling" im Gesicht hatte.

Den Termin bei einem Dermatologen habe ich erst in einigen Tagen. Mir ist bewusst, dass man online niemals eine Diagnose voll und ganz stellen kann. Jedoch möchte ich mich etwas schlau machen und mich über der ganzen Sache etwas erkundingen.

Ich wollte mich einmal erkundingen, was die SM-Antikörper aussagen bzw. wie aussagekräftig die wirklich sind? Ich habe gelesen, dass diese Form der Antikörper sehr spezifisch für den Lupus seien.
Wie kann man die Sache mit den Antikörpern und meinen Beschwerden deuten? Als Vorerkrankungen habe ich z.B eine Herzklappeninsuffizienz, Anämie.

Vielen lieben Dank und liebe Grüße! :-)
Eril14
 
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Re: Was sagen Laborwerte aus im Zusammenhang mit Beschwerden?

Beitragvon General » 20. Okt 2017 10:11

hallo eril,

melde dich mal z.b. bei rheuma-online oder einem anderen forum an. hier geht nix mehr leider..
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Re: Was sagen Laborwerte aus im Zusammenhang mit Beschwerden?

Beitragvon Hannah » 23. Okt 2017 11:00

Hallo Eril,

also, von mir bekommst Du hier schon eine Antwort. Es stimmt auch nicht, daß hier nichts los sei. Es lesen viele mit, doch nicht jeder schreibt selbst. Wie auch immer...

Nun zu Deinen Fragen:

Die Sm-Antikörper sind eine Untergruppe der autoimmunen Antikörper, die bei Lupus auftreten können, aber nicht müssen. In erster Linie ermittelt das Labor die ANAs. Sind diese erhöht, zeigen sie an, daß der Körper Antikörper gegen bestimmte Kernelemente seiner Zellkerne ausbildet. Im konkreten Verdacht auf Lupus werden zudem Anti-ds-DNS ermittelt. Meines Wissens sind das Antikörper, die die körpereigene Doppelstrang-DNA angreifen. Bei jeweils positivem Vorkommen kann das Labor weitere Untergruppen der Antikörper gegen Nukleosomen (IgG) testen.

Das erhöhte Vorkommen von Antikörpern lasse jedoch keine definitive Zuordnung zu konkreten Beschwerdebildern zu. Diese zeigten sich - wie immer - sehr individuell. Die Höhe der Antikörper-Titer läßt jedoch Rückschlüsse auf die Aktivität und Intensität der Erkrankung zu. Doch ist es nicht möglich, allgemein zu sagen, daß ab einem bestimmten Titer jeder Patient definitiv Beschwerden entwickelt. Die körpereigene Toleranz und Resilienz trotz vorhandener Auioimmunantikörper ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. So kann ich mich als Patient manchmal gut fühlen, obwohl das Labor hoch positive Werte anzeigt. Niedrige Titer sind allgemein ein Zeichen, daß die Autoimmundeformation geringer ausgeprägt ist bzw. sich die Erkrankung ggf. zurückbildet.

Deine Beschwerden und Vorerkrankungen könnten daher im Zusammenhang mit einer solchen Erkrankung stehen. Der Sm-Antikörper für sich allein betrachtet, ist jedoch kein Kriterium für einen Systemischen Lupus Erythematodes.

Ich hoffe, meine Antwort hilft Dir weiter. Das ist aktuell mein Wissensstand. Sollte die Medizin doch schon konkreter sagen können, ob spezifische Antikörper speziellen Beschwerdebildern zuzuordnen sind, dann wurde mir das bisher nicht erklärt.

Liebe Grüße und alles Gute für Dich!

Hannah :P
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Re: Was sagen Laborwerte aus im Zusammenhang mit Beschwerden?

Beitragvon General » 23. Okt 2017 11:23

Hi Hannah,

der SM-AK ist ein Diagnosekriterium des SLE, gilt als hoch spezifisch (99%) und tritt eher auf, wenn DS-DNA-AK negativ sind
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Re: Was sagen Laborwerte aus im Zusammenhang mit Beschwerden?

Beitragvon Hannah » 23. Okt 2017 16:22

Lieber General,

das kann ich so nicht allgemein bestätigen. Bin ich doch selbst das lebendige Beispiel dafür, daß beide Werte positiv ausfallen können...

Grüßle, Hannah :P
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Re: Was sagen Laborwerte aus im Zusammenhang mit Beschwerden?

Beitragvon Eril14 » 23. Okt 2017 17:18

Hi Hannah, Hi General,

erstmal dankeschön für die ausführliche Antwort bezüglich der AK. Ich habe mich in der "Materie" auch etwas letztens eingelesen und das klingt alles logisch für mich. Allerdings habe ich auch lesen dürfen, dass SM-AK hochspezifisch im Rahmen einer SLE seien und sich diese Art von AK nicht immer äußern, eher selten, dazu seien sie aber wohl hochspezifisch und auch ein Diagnosekriterium. Bewusst ist mir allerdings auch, dass man nicht zwangsläufig an Lupus erkrankt sein muss, "nur" weil SM-Antikörper gefunden wurden. Jedoch erscheint mir das alles etwas zuviel des Gutens, weil ich ja auch weitere Beschwerden haben, die wohl in diesem Bereich auch sich häufig äußern :-/

Ich war auch beim Dermatologen - Kurz und knackig: Hat mich gar nicht weitergebracht :lol:
Nur anhand meiner Schilderungen benannte man, dass das eine Nesselsucht sei, die man demnach auch so behandeln sollte. Als ich sagte, dass ich derzeit aber immer noch den Ausschlag habe überall am Körper, seit 2-3 Wochen, sagte man etwas genervt "Zeigen Sie Mal". Ich habe mein T-Shirt hochgezogen und aus 1-2 Metern Entfernung kam dann der Satz "Ach, machen Sie sich darüber keine Sorgen!". Die Hautrötung im Gesicht, die wirklich Lupus-typisch aussieht, wie ich im Netz auch vergleichen konnte mit anderen Rötungen / Erythem im Gesicht, erwiderte man mit den Worten, dass es die Nesselsucht sei, was aber für mich gar nicht danach aussieht, wirklich nicht. Auf die neurologischen "Ausfälle" im Vorfeld sagte man, dass ich mir wahrscheinlich etwas virales eingefangen hätte und mein Körper das verarbeiten müsste mit dem Immunsystem und daher wohl auch dias mit der neurologischen Geschichte sowie Nesselsucht?
Da weiß ich ehrlich gesagt nicht was ich davon halten soll, zudem man mich auch kaum untersucht hat.

Nun die Frage: Soll ich direkt mal zum Rheumatologen gehen und das mal dort abchecken oder mal dort nach Rat fragen? Oder erstmal zu einem anderen Dermatologen?

Die besten Grüße!
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Re: Was sagen Laborwerte aus im Zusammenhang mit Beschwerden?

Beitragvon General » 23. Okt 2017 19:15

zum hausarzt gehen und ihn bitten, persönlich einen termin bei einem internistischen rheumatologen zu machen. ansonsten wartest du ewig. alles aufschreiben was war und ist, befunde zusammen suchen. und dann abklären lassen und nicht abspeisen lassen vom hausarzt!
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