Lupus durch Twinrix?

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Re: Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Hannah » 14. Nov 2014 19:34

Hallo Cristina,

soweit mir bekannt, gibt es gegen Vogelgrippe überhaupt keinen Impfstoff! :?:
Wenn man zudem nicht häufiger in asiatische Länder verreist, keinen direkten und engen Kontakt oder Berührungen mit Wildvögeln oder sonstigen Geflügeltieren hat und rohe Fleisch- oder Eierprodukte vor allem aus solchen Ländern meidet, dann ist die Gefahr einer Ansteckung sehr unwahrscheinlich.

Kann es vielleicht sein, daß Dein Rheumatologe Dir in 2007 zur allgemeinen Grippeschutz-Impfung geraten hat?
Die Grippeschutz-Impfung wird für chronisch kranke Menschen im Allgemeinen empfohlen, auch für Lupus-Patienten. Ist denn sicher, daß in Deinem Fall die Impfung einen serologischen Schub ausgelöst hat? Oder gab es andere Umstände? Schwankungen der ANA's sind in einem gewissen Rahmen tolerabel und zeigen noch keinen Schub an.

Zu Impfungen allgemein gilt für Lupus-Patienten: Totimpfstoffe: ja! 8-) Lebendimpfstoffe: nein! :!:
Das ist vermutlich so zu deuten, daß Lebendimpfstoffe dafür bekannt sind, rheumatologische Schübe auszulösen. Totimpfstoffe dagegen gelten als unbedenklich. Das ist meine Information.

Dein Schub in 2013 steht sicherlich nicht mehr im Zusammenhang mit der Imfpung in 2007. Die Verschlechterung der Nierenwerte damals möglicherweise schon. Eine Nierenbeteiligung kann auch durch den Lupus verursacht werden. Und die Betroffenen fühlen sich häufig gut!

Das sind meine Anmerkungen zu Deinem Thema!

Viele Grüße, Hannah :P
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Hannah
 
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Re: Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Cristina » 20. Nov 2014 23:22

Liebe Hannah

vielen Dank für deine Antwort. Ja, das kann sehr gut sein, dass ich Januar 2007 die allgemeine Grippenimpfung bekommen habe. Ich kann mich leider nicht genau daran erinnern. Ich weiß nur dass es viel Aufruhr wegen Vogel- oder Schweinegrippe gab und da hat mir der Rheumatologe geraten, eine Impfung zu machen. Davor hatte ich zuletzt in 2004 einen Schub mit geringgradiger Nephritis. Seit 2004 waren alle Werte bis auf die Antikörper im Normalbereich. April 2006 wurden die Antikörper bei mir zuletzt gemessen (ANA 1:320, Anti-dsDNA 71). Plötzlich Februar 2007 lagen ANA bei 1:1280 und Anti-dsDNA bei 217. Der Rheumatologe sagte ich habe einen serologischen Schub und hat mich auf Kortison eingestellt. Seitdem hat angefangen die Eiweißausscheidung sich allmählich zu verschlechtern vom Normalwertebereich bis auf 200 in 2012. 2013 hatte ich dann einen ordentlichen Schub.

Tatsache ist: ich habe 2007 einen serologischen Schub gehabt (Aussage des Rheumatologen) und kurz davor eine Grippenimpfung gemacht. Sonst gab es nichts besonderes in 2006-2007 wodurch der Schub hätte ausgelöst werden können.

Ich habe neulich Fachliteratur zum Thema Lupus und Hepatitis B Impfung gefunden, aus der Zeitschrift "Lupus":
1. "Ten cases of systemic lupus erythematosus related to hepatitis B vaccine" , Agmon-Levin et al, Lupus 2009 18: 1192, DOI: 10.1177/0961203309345732
2. "Autoimmunity following Hepatitis B vaccine as part of the spectrum of 'Autoimmune (Auto-inflammatory) Syndrome induced by Adjuvants' (ASIA): analysis of 93 cases", Zafrir et al, Lupus 2012 21: 146, DOI: 10.1177/0961203311429318
Diese Autoren berichten also über 93 Fälle von autoimmunen Erkrankungen, welche nach der Hepatitis B Impfung ausgebrochen sind... Unglaublich! Das kann kein Zufall sein! Und ich habe auch 1999 die Hepatitis B Impfung gemacht und nach ca. 1 Monat das erste Symptom meiner Erkrankung gehabt! Erst jetzt sehe ich da einen Zusammenhang.

Ich frage mich, wieso werden die Impfschäden durch die Hepatitis B Impfung in der Öffentlichkeit nicht thematisiert? Wieso wird das von den Ärzten nicht einmal erwähnt? (Und ich war leider Gottes viel beim Rheumatologen und im Krankenhaus in den letzten Jahren...)

Schöne Grüße!

Cristina
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Re: Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Hannah » 24. Nov 2014 22:57

Hallo Cristina,

also - ich kann nur sagen, daß ich bei meiner Erstdiagnose nach Impfungen und Zeckenbissen etc. befragt worden bin.

Was die Hepatitis-Impfungen betrifft, so muß die Impfung nicht zwingend einen Schub auslösen. Anderthalb Jahre bevor ich schwerwiegend krank wurde, hatte ich meine erste von drei Twinrix-Impfungen erhalten. Das wurde damals vom Arbeitgeber erwartet. Ein 3/4-Jahr nach der letzten kam dann ein Einbruch. Ich hatte keine Gelenkschmerzen, jedoch verschiedene Beschwerden, die dem Bereich des Zentralen Nervensystems zugeordnet werden können. Auch ich habe an einen Impfschaden gedacht.

Allerdings waren die Symptome ähnlich bereits vor dieser Impfphase vorhanden, wenn auch latent und wesentlich schwächer ausgeprägt. In früheren Jahren habe ich mich überhaupt nicht jährlich gegen Grippe impfen lassen, nur immer die Routine-Impfungen wie Polio, Tetanus, Diphterie auffrischen lassen.

Ich denke in meinem Fall nicht, daß eine Impfung meine Erkrankung verursacht hat. Die war schon da, irgendwie. Die Impfung hat höchstens getriggert. Da hätte ich in früheren Jahren schon reagieren müssen, oder nicht? Oder gibt es kumulative Spätfolgen?

Ein Impfschutz verbleibt im Körper übrigens weit länger als 10 Jahre erhalten. Den Titer kann man bestimmen lassen.

Viele Grüße, Hannah
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Re: Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Cristina » 1. Dez 2014 17:38

Liebe Hannah

ich habe erst vor kurzem den Zusammenhang Impfung - SLE entdeckt und habe bis jetzt noch keine Anerkennung von Impfschäden beantragt. Daher kenne ich mich mit diesem Thema wenig aus. In diesem Forum habe ich jedoch gelesen, dass sich bei einigen Teilnehmern das Vollbild der Erkrankung erst nach mehreren Impfungen entwickelt hat. Also es gibt kumulative Spätfolgen.

Schöne Grüße

Cristina
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Re: Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Hannah » 2. Dez 2014 18:40

Jetzt muß ich glatt zurückfragen:

Was bringt eine Anerkennung als Impfschaden eigentlich? Erhält man etwa "Schmerzensgeld" oder andere Vergünstigungen?

Das wäre doch mal wichtig zu wissen...

LG, Hannah :!:
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