Lupus durch Twinrix?

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Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Lupi77 » 15. Okt 2013 11:39

Verfasst am: 07.12.2006 von: Juergen einjuergen@freenet.de

Hallo zusammen!

Ich habe gerade die Beiträge über anerkannte Impfschäden gelesen.

Meine Frage ist: Könnte ein Zusammenhang bestehen mit meiner Impfung Hepatitis A/B mit Twinrix vor über 9 Jahren und meinem vor 1 Monat diagnostizierten Bullösen SLE.

Ich erfülle 4 Kriterien:Reaktion auf UV Strahlung,nachgewiesene Antikörper,Schmetterling und Hautprobleme.

Ich werde mit Dapson Fatol behandelt,war 3 Wochen im Krankenhaus und wurde ausgiebig untersucht.

Mittlerweile geht es mir wieder sehr gut.

Für Eure Antworten besten Dank im vorraus.

Viele Grüsse Juergen
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Re: Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Lupi77 » 15. Okt 2013 11:39

Verfasst am: 07.12.2006 von angela

Hallo Jürgen,

ein Zusammenhang ist wegen des mehrjährigen (!) Zeitintervalls zwischen Impfung und Erkrankung sehr unwahrscheinlich!

Der juristisch typische Komplikationszeitraum für Impfschäden nach Hepatitis-B-Impfung wird mit sieben bis zehn Tagen angegeben. Ich sehe das wegen der mittunter verzögerten Enwicklung von Kollagenos-Symptome kritisch. Allerdings, um einen Zusammenhang einigermaßen begründet vermuten (!) zu können, sollten nur Zeitintertervalle von maximal wenigen Wochen bis Monanten zwischen Impfung und ersten Symptomen vorliegen. Teilweise gibt es daher auch nach solchen Zeiträumen noch Anerkennungen im Sinne von Ermessensentscheidungen der Behörden/des Gerichts. Je länger aber der Zeitraum zwischen Impfung und Krankheitssymptomen, desto unwahrscheinlicher ist es ein Impfschaden bzw. wird der Impfschaden anerkannt

Herzlicher Gruß

Angla
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Re: Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Lupi77 » 15. Okt 2013 11:40

Verfasst am: 07.01.2007 von: Karsten karsten.lange@lupus-rheumanet.org

Hallo Jürgen,

1997 habe ich nach einer Diphterie-Impfung meinen ersten Lupus-Schub gehabt, 2000 hatte ich nach einer HepA/B-TwinRix-Impfung einen erneuten schwersten Schub. Daraufhin habe ich einen Zusammenhang zwischen der Impfung und meinem Lupus in Betracht gezogen. Nachdem ich einen Antrag auf Anerkennung des Impfschadens gestellt hatte, bekam ich 2002 mitgeteilt, dass mein Lupus als Impfschaden mit allen rechtlichen Vorteilen für mich anerkannt wird. In der Zwischenzeit habe ich auch andere Lupis kennengelernt, die entweder einen anerkannten Impfschaden oder eine sogenannte "Kann"-Lösung zugesprochen bekamen.

Ich kann nur den Rat geben, nicht aufzugeben und einen Antrag beim Versorgungsamt zu stellen. Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Alles Gute!

Karsten
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Re: Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Lupi77 » 15. Okt 2013 11:40

Verfasst am: 04.02.2007 von: Sixta Ott ott.koepping@freenet.de



Hallo Jürgen,

meine Kollagenose wurde vom Versorgungsamt Ulm als Impfschaden anerkannt. Momentan führe ich eine Klage vor dem Sozialgericht gegen die Berufsgenossenschaft. Auch von dieser brauche ich die Anerkennung meines Impfschadens, da die Impfung beruflich indiziert war und vom Betriebsarzt durchgeführt wurde.

Meine Erkrankung begann folgendermaßen:

Ende Mai 1999, also ca. 5 Wochen nach der letzten Impfung, bekam ich Muskel- und Gelenkschmerzen, die sich innerhalb weniger Tage massiv verschlimmerten, so dass ich arbeitsunfähig war. Erst unter der Behandlung mit Steroiden nahmen die Schmerzen ab. Nach 4 Wochen bekam ich eine Thrombose subclavia linksseitig, woraus eine stationäre Behandlung resultierte. In der Klinik diagnostizierte mein behandelnder Arzt meine Erkrankung (die auch mit auslösend für die Thrombose war) als Mischkollagenose in Richtung Lupus erythematodes.

Die Auseinandersetzung mit der Berufsgenossenschaft dauert nun schon viele Jahre, da auch ein Prof., der Mitglied der StIKo (Impfkommission) ist, als Gutachter fungierte.

Mir sind persönlich mehrere Impfschäden durch Hepatitis-Impfung bekannt, von denen die Mehrzahl wegen der hohen Anwaltskosten nicht den Klageweg beschritten hat. Deshalb gibt es erst wenige Verfahren und jede/r einzelne Betroffene erhält von Gutachtern/Ärzten die Auskunft, dass Impfschäden nach der Hepatitis-Impfung unbekannt seien.

Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg bei deinen Recherchen.

Liebe Grüße

Sixta
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Re: Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Lupi77 » 15. Okt 2013 11:41

Verfasst am: 06.12.2006 von: heiner hu@vr-web.de

Hallo Angela,

willkommen im Club! Auch ich gehöre zu den anerkannten Impfschäden und kann deinen Ausführungen im vorletzten Absatz nur zustimmen.

Ich selber hatte einen medizinischen Beruf und stellte einen Tag nach der letzten von drei Hepatitis A/B Impfungen erste Gelenkentzündungen fest. Das war im Februar 2002. Bis zum Oktober entwickelte sich langsam aber stetig ein Vollbild einer rheumatoiden Arthritis die zur ersten Klinikeinweisung führte. Im Herbst 2003 stand dann die entgültige Diagnose SLE. Mein Impschadensverfahren zog sich zwar auch zweieinhalb Jahre in die Länge, allerdings ohne irgendwelche Gerichte. Das zuständige Versorgungsamt sah zu meinen Gunsten die Möglichkeit einer "Kannversorgung" so das meine Akte den Weg von Regensburg über das Landesversorgungsamt Bayreuth bis zum bayerischen Gesundheitsministerium nahm. Die oberste Landesbehörde erkannte den Impfschaden an und stimmte einer "Kannversorgung" nach dem BVG mit einem Grad der Erwerbsminderung von 30 % zu.

Soviel zu meiner Geschichte. Es grüßt aus der Oberpfalz

Heiner
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Re: Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Lupi77 » 15. Okt 2013 11:41

Verfasst am: 07.12.2006 von: Angela

Lieber Heiner,

die Tatsache, dass auch du drei Impfungen gebraucht hast, bist du das Vollbild des SLE entwickelt hast, stützt meine These, dass man durch Vermeidung von Folgeimpfungen die Schwere von Impfschäden positiv beenflussen kann. Allerdings ist über Impfschäden sehr wenig bekannt und oft schöpfen auch nur Patienten mit medizinischem Backgrund (wie du, ich und fast alle Mitgleider meiner Impfschadensgruppe) Verdacht und drängen auf eine Meldung.

Ist dein Impfschaden eigentlich zugleich auch als Berufsschaden anerkannt? Ich kämpfe noch gerichtlich darum (wegen einer besseren finaziellen Absicherung, die ich hoffentlich niemals brauche), aber das Verfahren ruht!

Dass die Anerkennung bei dir vergeleichsweise schnell und ohne Gericht erfolgt ist, muss mit dem Versorgungsamt Bayreuth zusammenhängen. Nachdem das Versorgungsamt Bayreuth bei mir die prinzipiell (!) Möglichkeit Impfschaden nach Hepatitis-B-Impfung ablehnte (und mich dadurch auf den Klageweg zwang),bestriit, erkannte dasselbe Gericht diesen Zusammenhang 2 Momante später bei einem anderen Mitglied meiner Impfschadnegsruupe an und du warst zeitlich wahrscheinlich der dritte Antragssteller in Folge. Da haben sie wohl langsam eingesehen, dass die Heatitis-Impfung tatsächlich SLE auslösen kann!

Herzlichen Gruß

Angela
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Re: Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Lupi77 » 15. Okt 2013 11:42

Verfasst am: 07.12.2006 von: heiner

Liebe Angela,

zum Thema Berufsschaden kann ich noch nicht viel sagen. Natürlich hat mein Arbeitgeber nach dem Anerkennungsbescheid dies an die BG als Berufsunfall gemeldet, da es sich um eine beruflich bedingte und durch die Betriebsärztin durchgeführte Impfung handelte. Bisher haben wir von Seiten der BG noch nichts gehört. Das liegt aber sicherlich daran, da beim Versorgungsamt zur Zeit Berechnungen über einen Berufsschadensausgleich nach dem BVG noch nicht abgschlossen sind.

Im übrigen bin ich von der BfA nach zwei medizinischen Rehamaßnahmen, rückwirkend zum ersten Krankheitstag, voll erwerbsgemindert auf insgesamt drei Jahre berentet worden. Nach erfolgloser Maßnahme zur Berufsfindung und Arbeitserprobung wurde die Rente um ein weiteres Jahr bis 05/07 verlängert.

Viele Grüße

Heiner
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Re: Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Lupi77 » 15. Okt 2013 11:42

Verfasst am: 08.12.2006 von: angela

Hallo Heiner,

ich nehme an, du hast auch das "Vergnügen" mir dem Bayerischen Gemeindeunfallversicherungsverband in München? Dann wird das sehr lange dauern, ärgerliche Widerspruchsbescheide geben und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem Prozess kommen. Garatuliere dir aber zu deiner ehemalgen Betriebsärztin, die beide Meldungen gemacht hat. Mein Betriebsarzt - ich war damals FSJ-lerin- hat nur arrogant gelacht und gesagt: "Das soll jemand melden, der allen Ernstes glaubt, dass die Hepatits-B-Impfung Impfschäden machen kann!" Dabei ist die Hep.-B-Impfung eine der Impfungen, die am stärksten das Immunsystem aktiviert!!!

Falls die (oder eine andere) BG es wider Erwarten anerkennen sollte, sag mir btte unbedingt Bescheid, weil es bei der Anerkennung von (anerkannten) Impfschäden als Berufsschäden um eine allgemeine juristische Frage geht, d.h. wenn einer erstmal duchkommt, haben auch andere sehr gute Chancen, weil sie an diese Argumetation anknüfen können.

Darf ich Fragen, wie alt du bei deiner Impfung warst und welche genauen Symptome und Antikörper du bist jetzt hast? Hattest du nach den ersten beiden Impfungen schon leichte Beschwerden?

Meine Impfung ist jetzt 8 Jahre her (bin 29), aber ich hattee bis jetzt nur ANA 1:1280 (nukleolär) und unspezifische Gelekschmerzen.

Viele Grüße

Angela
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Re: Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Lupi77 » 15. Okt 2013 11:42

Verfasst am: 13.12.2006 von: heiner

Hallo Angela,

zu deinen Fragen:

Meine dritte Impfung war im Februar 2002, da war ich 37 Jahre alt. Einen Tag darauf wurde bei einem Routinetermin beim Orthopäden eine akut aufgetretene Arthritis an Vorfußgelenken festgestellt. An einen möglichen Zusammenhang mit der tags zuvor durchgeführten Impfung wurde weder vom Arzt, noch von mir gedacht. Vielmehr gingen wir von einer von einer Belastungsarthritis bei bestehender Fußfehlstellung aus.

Die Behandlung mit Ruhigstellung, Kühlung und Diclo brachte nur vorübergehend Erfolg. Im Verlauf des Jahres 2002 entwickelte sich ein ausgeprägtes rheumatisches Bild, dass zunächst in Richtung rheumatoide Arthitis gedeutet wurde. Bewegungseinschränkungen in Händen und Füssen durch Arthitiden mit ausgeprägten Schwellungen, langanhaltende Morgensteifigkeit und ausgeprägte Abgeschlagenheit. Bis zum Oktober 2002 nahmen die Beschwerden unter weiter voller beruflicher und privater Belastung ( ich war im Rettungsdienst beschäftigt sowie sportlich und gesellschaftlich sehr aktiv ) soweit zu, dass ich schließlich in der Rheumaklinik in Bad Abbach gelandet bin. Dort wurde zunächst die Diagnose RA, DD:SLE gestellt. Autoimmunphänomene für den Lupus waren zwar vorhanden aber nicht sehr ausgeprägt. Das klinische Bild und eine fragliche Errosion an einem Zehengelenk führte wie gesagt zunächst zur Diagnose RA.

Es folgten in mehreren Klinikaufenthalten neben der Prednisolongabe Basistherapieversuche mit MTX und Azathioprin, welche aber wegen gravierender Leberwerterhöungen abgebrochen wurden. Zwei Leberpunktionen ergaben, Gott sei Dank, keine Hinweise auf eine Autoimmunbeteiligung der Leber, sonder führten zur Diagnose Medikamentös-toxische Hepatitis.

Der Einsatz von Etanercept führte dann im Sommer 2003 über Nacht zu einer schlagartigen Besserung aller Gelenkbeschwerden. Allerdings nur für etwa ein halbes Jahr. Dann entwickelte sich langsam aber stetig der Lupus heraus. Extreme Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Muskelsteife, Brennen der Gesichtshaut, zunehmende Gelenkbeschwerden. Erhöhte ANA's bis 1:1280,dsDNA-Antikörper, pANCA, Anti-Cardiolipidantikörper, C3-C4 Komplementabfall und letztlich eine Gewebeprobe aus der Gesichtshaut sicherten die Diagnose SLE.

Therapeutisch wurden neben Predniosolon Hydroxicloroquin und Mycophenolatmofetil versucht, jedoch wegen Leberwerterhöhung bzw. Therapieresistenz abgebrochen. Zur Zeit bin ich unter 5 mg Prednisosolon und 250 mg Ciclosporin zwar nicht Beschwerdefrei aber relativ stabil. Ein im Verlauf der Erkrankung entstandenes Restless Legs-Sydrom wird mit L-dopa behandelt. Obligatorische dann noch Calcium-Vit.D sowie ASS 100. Ganz wesentlich ist aber auch die Stressvermeidung in jeglicher Hinsicht.

Den Verdacht auf einen Impfschaden hat übrigens nicht die Betriebsärztin gemeldet (die habe ich seither werder gesehen noch gehört) sondern ich selbst, nachdem ich 2003 in der Klinik mit einem Stationsarzt über mögliche Ursachen des Lupus diskutiert habe.

Viele Grüße Heiner
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Re: Lupus durch Twinrix?

Beitragvon Cristina » 14. Nov 2014 13:47

Liebe Angela

vielen Dank für die wertvollen Informationen bzgl. Lupus und Impfungen, die du in diesem Forum bereitgestellt hast!!!
Ich habe das erste Symptom meiner Lupus-Erkrankung in 1999, ungefähr 1 Monat nach der Hepatitis B Impfung gehabt. In 2000 wurde SLE diagnostiziert. Deine Beiträge haben mich ermutigt, einen Antrag auf die Anerkennung eines Impfschadens in der Zukunft zu stellen.

Seit 1999 habe ich keine weitere Impfungen gemacht, denn ich hatte gehört dass sie eine negative Auswirkung auf den Krankheitsverlauf haben können. 2007 hat mir mein Rheumatologe empfohlen die Impfung gegen die Vogelgrippe zu machen. Danach sind meine Antikörper (Anti-dsDNA und ANA) sofort in Höhe geschossen. Aber ich fühlte mich gut. Der Arzt sagte ich habe einen serologischen Schub ohne klinischen Symptome. Leider ist das nicht so geblieben, denn nach ein Paar Wochen fingen die Nierenwerte an, sich allmählich zu verschlechtern. Der Schub kam erst in 2013.

Ich möchte dich und die anderen Teilnehmer in diesem Forum fragen, ob ich auch für meine Impfung in 2007 einen Antrag auf die Anerkennung eines Impfschadens stellen kann? Nach dieser Impfung habe ich eine deutliche Verschlechterung des Krankheitsbildes erlitten, jedoch erstmal keinen Schub.
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