Vom Umgang mit der Angst vor dem Tod

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Vom Umgang mit der Angst vor dem Tod

Beitragvon Lupi77 » 15. Okt 2013 11:59

Verfasst am: 21.Apr.08 12:32 von Gast (Hannah)

Hallo!

Ich wage mich hier wieder an ein heikles Thema, das ich noch in keinem Beitrag gefunden habe. Doch ich finde es wichtig, auch darüber zu reden.

Ich wüßte gern, wie ihr mit euren Ängsten vor Verschlimmerung der Erkrankung, vor einem nächsten Schub oder / und mit der Angst vor dem Tod umgeht. War / ist das ein Thema für Euch?

Ich kann damit nach wie vor sehr schlecht umgehen. Im Moment sind meine Leukozyten erniedrigt und ich fühle mich insgesamt schwach und müde. Vielleicht muß ich das MTX künftig ersetzen. Es wird sich zeigen.

Wenn mein INR mal zu niedrig ist, befürchte ich sogleich eine Thrombose oder Embolie, im übrigen habe ich oft Angst vor inneren Blutungen.

Dann habe ich wieder so eine Wut im Bauch, weil ich mich selbst bei schönem Wetter matt und schlapp fühle und möchte am liebsten überhaupt keine Medikamente mehr nehmen - außer solchen, die einfach nur helfen, "gesund" zu werden, aber keine anderen unerwünschten Nebenwirkungen haben.

Am schlimmsten ist immer noch die Erinnerung an den stationären Aufenthalt und die Infusionstherapie. Ich habe große Angst, daß es mir wieder so schlecht gehen könnte, daß diese Schmerzen wieder kommen, diese ständige Übelkeit - und daß sich mein Zustand insgesamt stark verschlechtern könnte.

Was hat euch geholfen, mit solchen Ängsten umzugehen und leben zu lernen?

Liebe Grüße,

Hannah
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Re: Vom Umgang mit der Angst vor dem Tod

Beitragvon Lupi77 » 15. Okt 2013 11:59

Verfasst am: 27.Apr.08 15:55 von Lupa

Hallo Hannah,

auch so ein Thema hat Platz bei uns, denn es ist eine ganz normale Frage, sich auch mit diesem Thema auseinander zu setzen. Aber bei Dir klingt es eher so, dass Dich zu viele Ängste bedrängen, was auch gar kein Wunder ist, bei allem was Du schon erlebt hast. Ich denke, Du solltest daher nicht zuerst an den Tod denke oder Dich mit ihm auseinandersetzen, sondern Dir Hilfe holen, die Dich ein Stück von den ganzen Sorgen und Ängsten befreit. ich denke da an psychologische Hilfe und auch an ein offenes Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Denn gegen viele Deiner Sorgen kann das helfen.

Und zu Deiner Wut: Nun, heute ist ein schöner Tag und auch ich fühle mich matt - aber ich freue mich trotzdem an den Vogelstimmen und den aufblühenden Bäumen, nachher werde ich eine Runde um den Block gehen, dass schaffe auch ich - vor allem, weil ich weiß, dass es mir gut tut und ich mit auch so kleinem Training morgen vielleicht ein paar Schritte mehr schaffe.

Wir sagen immer: Schmetterlinge müssen fliegen. Ich wünsche Dir Dir Kraft, nach Menschen zu suchen, die Dir helfen, Deine Ängste kleiner und Deinen Wunsch nach Leben größer werden zu lassen. Das ist vielleicht kein leichter Weg, aber führt ganz bestimmt zum Ziel. Alles Gute dafür
Lupa
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Re: Vom Umgang mit der Angst vor dem Tod

Beitragvon Lupi77 » 15. Okt 2013 12:00

Verfasst am: 09.Mai.08 12:24 von Gast (Hannah)

Lupa hat folgendes geschrieben:

Hallo Hannah,

auch so ein Thema hat Platz bei uns, denn es ist eine ganz normale Frage, sich auch mit diesem Thema auseinander zu setzen. Aber bei Dir klingt es eher so, dass Dich zu viele Ängste bedrängen, was auch gar kein Wunder ist, bei allem was Du schon erlebt hast. Ich denke, Du solltest daher nicht zuerst an den Tod denke oder Dich mit ihm auseinandersetzen, sondern Dir Hilfe holen, die Dich ein Stück von den ganzen Sorgen und Ängsten befreit. ich denke da an psychologische Hilfe und auch an ein offenes Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Denn gegen viele Deiner Sorgen kann das helfen.

Und zu Deiner Wut: Nun, heute ist ein schöner Tag und auch ich fühle mich matt - aber ich freue mich trotzdem an den Vogelstimmen und den aufblühenden Bäumen, nachher werde ich eine Runde um den Block gehen, dass schaffe auch ich - vor allem, weil ich weiß, dass es mir gut tut und ich mit auch so kleinem Training morgen vielleicht ein paar Schritte mehr schaffe.

Wir sagen immer: Schmetterlinge müssen fliegen. Ich wünsche Dir Dir Kraft, nach Menschen zu suchen, die Dir helfen, Deine Ängste kleiner und Deinen Wunsch nach Leben größer werden zu lassen. Das ist vielleicht kein leichter Weg, aber führt ganz bestimmt zum Ziel. Alles Gute dafür
Lupa





Liebe Lupa,

vielen Dank für die aufmunternden Worte! Inzwischen geht es mir auch wieder besser.

Ich finde es ein bißchen schade, daß ein Austausch hier im Forum nur sehr zögerlich
stattfindet. Für mich ist das im Moment die einzige Möglichkeit, mich zu informieren oder auszutauschen, weil in meiner Nähe keine regionale Selbsthilfegruppe besteht. Und auch die Selbsthilfegruppen sind wahrscheinlich sehr unterschiedlich - je nachdem, wie engagiert und offen die Leitung arbeitet. Und nicht jede Kontaktperson ist so zuverlässig, Neue wie mich über den nächsten Termin zu informieren. Das finde ich sehr schade. Im Grunde hat jeder eine schwierige Anfangszeit erlebt - so unterschiedlich sie auch gewesen sein mag. Und niemand bleibt mit seinen Fragen und Befürchtungen gern allein. Aber so sind die Menschen eben...

Ich werde weitersuchen und vielleicht oder besser gesagt hoffentlich nach der Reha, die jetzt tatsächlich genehmigt wurde, in eine andere Region oder wenigsten größere Stadt ziehen. Dort besteht dann vielleicht nicht nur eine beständige Selbsthilfegruppe, sondern insgesamt auch bessere Kontaktmöglichkeiten - auch bzgl. möglicher psychologischer Unterstützung. Hier erhalte ich derzeit nicht einmal einen freien Therapieplatz! Abgesehen davon ist mir bisher kein Therapeut begegnet, der es verstanden hätte, mich als Patientin mit einer chronischen Erkrankung zu b e g l e i t e n.

Für gute Tipps und Adressen bin ich jedoch immer offen!

Hannah
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Re: Vom Umgang mit der Angst vor dem Tod

Beitragvon Lupi77 » 15. Okt 2013 12:00

Verfasst am: 09.Mai.08 12:27 von Gast (Hannah)

Lupa hat folgendes geschrieben:

Hallo Hannah,

auch so ein Thema hat Platz bei uns, denn es ist eine ganz normale Frage, sich auch mit diesem Thema auseinander zu setzen. Aber bei Dir klingt es eher so, dass Dich zu viele Ängste bedrängen, was auch gar kein Wunder ist, bei allem was Du schon erlebt hast. Ich denke, Du solltest daher nicht zuerst an den Tod denke oder Dich mit ihm auseinandersetzen, sondern Dir Hilfe holen, die Dich ein Stück von den ganzen Sorgen und Ängsten befreit. ich denke da an psychologische Hilfe und auch an ein offenes Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Denn gegen viele Deiner Sorgen kann das helfen.

Und zu Deiner Wut: Nun, heute ist ein schöner Tag und auch ich fühle mich matt - aber ich freue mich trotzdem an den Vogelstimmen und den aufblühenden Bäumen, nachher werde ich eine Runde um den Block gehen, dass schaffe auch ich - vor allem, weil ich weiß, dass es mir gut tut und ich mit auch so kleinem Training morgen vielleicht ein paar Schritte mehr schaffe.

Wir sagen immer: Schmetterlinge müssen fliegen. Ich wünsche Dir Dir Kraft, nach Menschen zu suchen, die Dir helfen, Deine Ängste kleiner und Deinen Wunsch nach Leben größer werden zu lassen. Das ist vielleicht kein leichter Weg, aber führt ganz bestimmt zum Ziel. Alles Gute dafür
Lupa





Liebe Lupa,

vielen Dank für die aufmunternden Worte! Inzwischen geht es mir auch wieder besser.

Ich finde es ein bißchen schade, daß ein Austausch hier im Forum nur sehr zögerlich
stattfindet. Für mich ist das im Moment die einzige Möglichkeit, mich zu informieren oder auszutauschen, weil in meiner Nähe keine regionale Selbsthilfegruppe besteht. Und auch die Selbsthilfegruppen sind wahrscheinlich sehr unterschiedlich - je nachdem, wie engagiert und offen die Leitung arbeitet. Und nicht jede Kontaktperson ist so zuverlässig, Neue wie mich über den nächsten Termin zu informieren. Das finde ich sehr schade. Im Grunde hat jeder eine schwierige Anfangszeit erlebt - so unterschiedlich sie auch gewesen sein mag. Und niemand bleibt mit seinen Fragen und Befürchtungen gern allein. Aber so sind die Menschen eben...

Ich werde weitersuchen und vielleicht oder besser gesagt hoffentlich nach der Reha, die jetzt tatsächlich genehmigt wurde, in eine andere Region oder wenigsten größere Stadt ziehen. Dort besteht dann vielleicht nicht nur eine beständige Selbsthilfegruppe, sondern insgesamt auch bessere Kontaktmöglichkeiten - auch bzgl. möglicher psychologischer Unterstützung. Hier erhalte ich derzeit nicht einmal einen freien Therapieplatz! Abgesehen davon ist mir bisher kein Therapeut begegnet, der es verstanden hätte, mich als Patientin mit einer chronischen Erkrankung zu b e g l e i t e n.

Für gute Tipps und Adressen bin ich jedoch immer offen!

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