Geräte Training bei Lupus

Fragen zu Gelenken, Muskeln, etc.
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Geräte Training bei Lupus

Beitragvon Lupi77 » 13. Okt 2013 14:41

Verfasst am: 23.Apr.10 09:06 von physio

Hallo,
ich habe eine lupus patientin- in der medizíschen trainingstherapie:
- zur frage:

Habt ihr erfahrung ob ein zu starkes training einen schub auslöst ??? wie schauts mit ausdauer training aus??
hab das training mal ganz easy angesetzt mit wenig gewicht und viel wiederholungen!

Kann mir da wer weiterhelfen wie er so trainiert?!
Ich will ja das es meiner patientin besser geht und sich das ganze eben nicht verschlechtert

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Lupi77
 
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Re: Geräte Training bei Lupus

Beitragvon Lupi77 » 13. Okt 2013 14:42

Verfasst am: 23.Apr.10 09:47 von Gast

Hallo physio,

aus eigener Erfahrung und ganz allgemein nach Sachkenntnis:

1. Im akuten Schub kein ausgedehntes Training (wird auch kaum möglich sein).

2. Bei (relativer oder vollständiger) Beschwerdefreiheit ist Muskeltraining absolut angezeigt - dafür gibt es mindestens drei Gründe:

a) Die Sarkopenie (Verminderung der Muskelmasse) ist ein großes (zumindest drohendes) Problem bei allen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen; sie kann auftreten durch lange Hypo- oder Immobilität (Schübe, Angst vor Bewegung, motorische Beeinträchtigungen etc.) und wird besonders verstärkt durch die Einnahme von Cortisonpräparaten (Steroidmyopathie = Muskelschwäche, bedingt nachfolgende Minderbelastung und in Folge noch stärkere Muskelschwäche - nicht benutzte Muskeln verkümmern....) - also beugt Muskeltraining dem körperlichen Funktionsverlust vor oder kann ihn zumindest teilweise ausgleichen. Außerdem bedeutet dieses eine bessere Sturzprophylaxe - gestärkte Muskulatur bedeutet körperlich (statisch) höhere Stabilität.

b) Es gibt klare wissenschaftliche Daten darüber, dass moderates (den Bedingungen leidlich angepasstes) körperliches Training die entzündlichen Vorgänge langfristig zumindest teilweise hemmt und somit einen günstigen Effekt auf die Verläufe der zugrunde liegenden Erkrankungen aufweist. Dies kann nur im Sinne der Betroffenen sein.

c) Sport sorgt auch für seelisch bessere Balance - auch darüber gibt es wenig Zweifel.


Schübe werden eher durch Stress (DYS-Stress, also ungesunde Belastungen) als durch Sport (EU-Stress, also "gute" Belastungen) ausgelöst; folglich gibt es keinen Grund, Sport zu vermeiden, es sei denn, es liegt aktuelle Entzündungsaktivität in höherem Maße vor.
Betroffene wissen oft sehr genau, was sie sich zumuten können oder nicht - manchmal kann es auch hilfreich sein, den "inneren" Schweinehund ein wenig zu überlisten und trotz (leichter!) Beschwerden körperlich aktiv zu sein. Dies hat (meine persönliche Erfahrung) oft ein Glücksgefühl und eine Entspannung zur Folge, die das Ausmaß der "Erholung" bei Nicht-Aktivität bei Weitem überschreitet.

Wie schon gesagt: das gilt, wenn wenig oder keine Beschwerden vorliegen und sollte entsprechend zurückhaltender/gezielter gestaltet werden, wenn die Erkrankung "aktiv" ist.
Als Prinzip würde ich für mich festlegen - wann immer Bewegung gewünscht und möglich ist: tu es für Dich!


Liebe Grüße, Eulchen
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