Single & Lupus - Organisation des Alltags???

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Single & Lupus - Organisation des Alltags???

Beitragvon Hannah » 4. Mai 2014 19:28

Hallo,

mein Anliegen hier richtet sich vor allem an die jüngeren Lupis, die alleine und trotzdem selbständig leben:

Wie organisiert ihr euren Alltag? Wer unterstützt euch, wenn ihr krank oder schwach seid, so daß ihr Hilfe z.B. beim Einkaufen oder eine Begleitung zu Terminen braucht? Was macht ihr, wenn ihr starke Stimmungsschwankungen habt, traurig und niedergeschlagen seid und dringend jemanden braucht, der euch ablenkt und wieder aufmuntert, eine Person, die zuhört und vielleicht auch eine Umarmung schenken kann?

Gibt es hier vielleicht auch Leute, die diesen Schritt aus einer Abhängigkeitssituation heraus trotz Erkrankung zum zweiten Mal geschafft haben - z.B. nach einer notwendigen Trennung oder Scheidung? Oder Auszug/Umzug aus einem zwar vertrauten, aber weniger gesundheitsförderlichen, familiären Umfeld?

Ich habe für mich das Gefühl, daß ich diesen Schritt notwendigerweise tun muß. Doch ganz ohne Unterstützung werde ich es nicht schaffen. Daher bitte ich euch um Anregungen und Erfahrungsaustausch.

Freue mich über eure Antworten hier im Forum oder per PN!

Liebe Grüße,

Hannah ;)
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Re: Single & Lupus - Organisation des Alltags???

Beitragvon Simone » 9. Mai 2014 23:06

Hallo Hannah,

ich bin zwar kein junger Lupi, aber habe den Schritt aus der "Abhängigkeit" gewagt.
Lange Jahre habe ich überlegt - gerade auch wegen meines Lupus -, ob ich die Trennung von meinem (Noch-) Mann "wagen" kann.
Wahrscheinlich habe ich zu lange gewartet, denn mir ging es gesundheitlich immer schlechter.

Aber als ich es dann durchgezogen habe, ging es mir deutlich besser.
Ich habe zwar fast keine Zeit mehr (bedingt auch durch 2 Kinder), aber rein emotional war das der beste Schritt, den ich machen konnte.
Manchmal weiß ich nicht, wo mir der Kopf steht - aber egal!

Allein schon das Gefühl, endlich wieder frei durchatmen zu können, war's die Trennung wert :-)
Simone Pretis
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Re: Single & Lupus - Organisation des Alltags???

Beitragvon Hannah » 11. Mai 2014 22:42

Hallo Simone,

vielen Dank für Deine Antwort!

Lebst Du denn jetzt allein? Und kannst Du Deinen Alltag vollkommen selbständig, ohne Hilfe bewältigen?

Liebe Grüße, Hannah :?
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Re: Single & Lupus - Organisation des Alltags???

Beitragvon Hannah » 31. Okt 2014 19:18

Hallo,

ich denke, zu diesem Thema kann ich inzwischen eine Antwort selbst geben:

Wer Hilfe im Alltag benötigt - sei es zur körperlichen Pflege, für Fahrdienste oder zur Begleitung bei Besorgungen, Behörden-, Arzt- oder Freizeitterminen - der hat im Rahmen der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und Rehabilitation seit 2008 einen Rechtsanspruch auf ein so genanntes "Persönliches Budget".

Das "Persönliche Budget" muß beantragt werden, z.B. bei Krankenkassen oder Beratungsstellen der Rentenversicherung und Rehabilitation. Die Höhe richtet sich nach dem individuell vorliegenden Bedarf und wird in einem zeitlich befristeten Vertrag festgeschrieben. Im Rahmen des "Persönlichen Budgets" wird der Hilfesuchende ermächtigt, die benötigten Dienstleistungen selbst "einzukaufen" - bei Trägern der sozialen Wohlfahrtspflege oder privaten Einzelpersonen seiner Wahl - und gegenüber der Kostenstelle abzurechnen. (Klingt alles sehr gut! ;) )

Die Zuständigkeit der Kostenträger kann sich einerseits durch eine Pflegeeinstufung seitens der Krankenkassen ergeben (0-3). Liegt in dieser HInsicht kein Bedarf vor, können Arbeitsämter, Unfallversicherungsträger, Sozialämter und Landeswohlfahrtsverbände zuständig sein.
Aber jetzt :o: Bei der Bewilligung des "Persönlichen Budgets" dürfen bestimmte Einkommens- und Vermögensgrenzen nicht überschritten werden. Andernfalls muß der Hilfesuchende seine Dienstleistungen aus eigener Tasche bezahlen - bis zum Schonbetrag. Angehörige werden außerdem anteilig zur Mitfinanzierung durch einen festgelegten Betrag herangezogen. Zur Veranschaulichung sei vermerkt, daß eine pädagogische Fachkraft für betreuende, begleitende Dienste zwischen 50-60 Euro / Stunde abrechnet!

(Welcher Hornochse hat sich das wieder ausgedacht? :shock: Das ist wirklich ganz besonders klug, besonders für die jüngeren und mittleren Altersgruppen, denn man soll ja auch noch für's Alter vorsorgen!)

Fazit: Da der Gesetzgeber für Schonvermögen bzw. Einkommen derart niedrige Grenzen gesetzt hat, bleibt dem Einzelnen gar nichts anderes übrig, als seine Ansparungen, Kapitalanlagen, -versicherungen etc. dafür zu verwenden. Es sei denn, man ist ohnehin schon ein kompletter Sozialfall - frisch aufgelesen unter der Brücke sozusagen. Dann gewährt "Vater Staat" vollen Anspruch! :twisted: Ach so, ja, umgekehrt dürfte die Finanzierung für Verdiener der Chef- und Managementetagen oder in sonstigen höheren Gehaltsklassen auch kein Problem sein. "America, here we come!" :cry:

Hannah
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